Dienstag, 31. Dezember 2024

La Escuela

Ich habe von 9 bis ca. 15:00 Unterricht mit nur 30 min Pause ingesamt, bei drei verschiedenen Lehrerinnen.
Die ersten 4 h zu viert mit Sam (NL), Paul (Canada) und Monica (China), dann zu dritt (nur die Männer) Konversationstraining und die letzte Stunde habe ich Einzelunterricht! Ich darf fast die ganze Zeit reden. Sehr intensive Lerntage!

Heute am Silvestertag ist allerdings um 13:00 Schluss und es gibt ein kleines Festmahl auf der Dachterrasse (auch die Schule hat eine). Die ausgefallenen Stunden bzw. min werden aber brav nachgeholt.

Montag, 30. Dezember 2024

La Residencia

Willkommen im Spanisch-Internat :-D
Mein Zimmergenosse João kommt aus Brasilien.
Noch nie unter einer so hohen Zimmerdecke geschlafen - 8 m?! Es gibt 20 Zimmer auf 3 Etagen, aber es scheinen aktuell nur 7 Leute hier zu sein. Im großen Flur (mit 2 Esstischen/Küche) müffelt es leider (Schimmel?!) und das kühle Licht trägt einmal mehr zu einem eher Krankenhaus-Ambiente bei. Aber es gibt eine tolle Dachterrasse!

Sonntag, 29. Dezember 2024

Urlaub vom Urlaub

Chris, der dieses Mal komplett frei hatte, war völlig einverstanden, dass ich nicht zu größeren Aktivitäten aufgelegt war, sondern einfach nur "runterkommen" wollte.

Unser spontanes! "Programm" bestand in:

27.12.

• Fitnessstudio und Sauna in einem benachbarten 4*-Hotel

• Chillen, Einkaufen, Kochen

28.12.

• Spaziergang durch ein wunderschönes Brachland und am Strand "vor der Haustür".

• Mittagessen im "besten Café der Algarve" (laut Chris)

• Chillen, Wäsche Waschen

• Chris und Teamkollegen (brasilianisch-südafrikanisches Pärchen) zu einem 10 km - Lauf im 30 min Autofahrt entfernten Quarteira begleiten (ohne selbst mitzulaufen)


29.12.

Zitronen frisch aus dem "Garten" & ultralecker

Chris joggt - ich mit dem Fahrrad - 7 km zum Strand/zu den Klippen Falesia. Nochmal gut 500 m mit den Füßen im Atlantik <3 <3 <3

Das war's dann schon wieder mit Portugal.

Der Bus kommt (wie schon letztes Mal) 19:00 15 min zu früh in Sevilla an.

Wieder mal vielen lieben Dank Chris an deine unvergleichliche Gastfreundschaft. Mega cool einen so guten Freund an so einem schönen Fleck Erde wohnen zu haben. <3


Falls ihr euch schon gefragt habt, wie mein Gepäck so aussieht: That's it! Einiges Proviant war in dem Fall auch dabei. Allerdings bin ich nicht für <5°C ausgelegt und spätestens nach 7-8 Tagen muss ich waschen (Busbahnhof Albufeira).

Donnerstag, 26. Dezember 2024

Gemütlicher Weihnachtsvormittag an der Costa del Sol & unerwarteter Nervenkitzel in GB

Nächstes Mal viel weniger Text - verspochen!! ;-)


25.12.

Beim Frühstück im Hostel treffe ich einige Leute von gestern wieder: Jordana und Ralph, die schon auf dem Sprung sind, und Andrea. Sie möchte auf einen Kaffee in die Stadt, da sie kein Frühstück im Hostel gebucht hat. Wir sind noch mitten im Gespräch, also folge ich gerne ihrem Plan. Es ist gar nicht so leicht draußen freie Plätze zu finden - bei 19° im Schatten aber unbedingt unser Wunsch. Also etwa eine halbe Stunde Spaziergang durch die Altstadt, bei dem ich noch ein paar weitere Ecken kennenlerne. Der Café-Aufenthalt dauert auch mindestens eine Stunde, da der Kellner uns vergessen hatte. Außerdem kommt Ralph zufällig vorbei und gesellt sich wieder zu uns. Also ein sehr entspannter geselliger Weihnachtsvormittag.

Um 14:00 erreiche ich schließlich die S-Bahn nach Fuengirola und dort unmittelbar einen Regionalbus nach Marbella. Ich mache mir wenige Hoffnungen heute noch weiter Richtung Südwesten zu kommen, aber ich sollte mich täuschen: Am Busbahnhof Marbella kann ich direkt umsteigen in einen Bus nach La Linea de Concepción - sozusagen die spanische Seite von Gibraltar! Der Bus ist eher ein Fernbus - 17:30 bin ich da und werde von diesem tollen Sonnenuntergang begrüßt.

300 m vom Busbahnhof ist ein riesiges 4*-Hotel. 70€ inkl. Frühstück für ein großes Doppelzimmer für mich alleine sind Ok. Ich beginne mit der Planung des morgigen Tages - insbesondere der Reise nach Albufeira (Algarve) und habe zwei Telefongespräche. Gegen 20:00 gehe ich in eine zum Glück nur 400 m entfernte Pizzeria. Das Hotel hat auch ein Restaurant - Ambiente aber nicht wirklich einladend. 


26.12.

Ich habe leider verdammt schlecht geschlafen. U. a. wahrscheinlich, weil es im Zimmer sehr warm war, obwohl das Klimagerät aus war. Auch die Balkontür einen Spalt aufmachen hat kaum geholfen.

09:00 bin ich auf dem Weg zur Grenze, die nur 500 m entfernt ist.

Man läuft hier einfach mal quer über eine Landebahn :-D Ich dachte es fliegt höchstens alle paar Tage ein Militärjet oder ein Privatflugzeug - tatsächlich landen hier aber British Airways und Easyjet täglich mit Airbus-Maschinen!

Die Altstadt von Gibraltar ist noch herrlich leer um diese Uhrzeit.

Der Eintritt in den Nationalpark auf dem Felsen kostet 25£. Ich denke mir nur "Shut up and take my money" - so schnell komme ich hier nicht wieder her. Es sollte sich lohnen..

An der nächsten Ecke kann man einen Teil des 45km! Tunnel-Netzes besichtigen, dass v. a. die Britische Armee im zweiten Weltkrieg hier in den Berg getrieben hat.

Kurz vor dem eigentlichen Aufstieg zum Gipfel begegne ich den ersten zwei Berberaffen. Man erschrickt zunächst, vor allem, wenn gerade weit und breit keine weiteren Menschen sind.

Mein weiterer Weg sieht vor, die Treppe auf der Charles V Wall (16. Jahrhundert) direkt nach oben zu nehmen. Man hat ein mulmiges Gefühl 30 cm an den Affen vor bei zu gehen. Sie scheinen sich aber nicht für einen zu interessieren. 

Bis dann auf dem obersten Abschnitt.. Oh shit! Da ist ein Baby dabei! Mutter-Affe guckt schon aus der ferne grimmig, faucht mich an, packt mich kurz am Ärmel und platziert sich dann wieder 2 m vor mir. Es wäre ja nicht so, dass ich irgendeine Chance hätte auszuweichen oder die Zeit wieder ganz hinabzusteigen und einen langen Umweg zu nehmen. Ich mache mir fast in die Hose. Ich schleiche weiter und versuche im weitest möglichen Abstand um das Baby herumzugehen. Die anderen beiden Affen fauchen mich auch von der Seite an. Oben angekommen hätte ich eigentlich einen Applaus von einigen Touris (die sich mit Seilbahn oder Taxi hochkutschieren lassen haben) erwartet, aber die waren viel zu sehr mit den ca. 20 Affen direkt um sie herum beschäftigt um mein Ringen mitzubekommen. Verständlich..

Runter geht es einen mega schönen Pfad durchs Grüne, mit weder Affen- noch Homo Sapiens - Kontakt :-D


Um 14:45 fahre ich vom Busbahnhof La Linea nach Algeciras, von dort mit dem Talgo nach Ronda. Nur bis dort, weil ich eigentlich mit dem Bus weiter nach Sevilla wollte (günstiger und ab hier kenne ich die Bahnlinie). Was ich übersehen hatte: Genau dieser Bus: Ausgebucht. Also mit der nächsten Renfe-Verbindung, zum Glück nur 30 min später, über Antequera Santa Ana (Schnellzug-Bahnhof im Nirgendwo) und Cordoba nach Sevilla. Zum Glück relativ leere und pünktliche Züge. Gewiss angenehmer als Fernbus!

21:00 in Sevilla - Abendessen in einem modernen "Poke"-Schnellrestaurant in Bahnhofsnähe. Fast nichts los: Hier kann ich angenehm 2 h sitzen - der Bus nach Albufeira geht erst 24:00. 45 min dauert auch noch der Fussweg quer durch das Zentrum Sevillas: Ein bisschen Nachtleben beobachten und sich der Weihnachtsbeleuchtung erfreuen. Vorfreude auf kommende Woche!! Überpünktlich komme ich 3:00 (2:00 Ortszeit) in Albufeira an. Chris hat meine Ankunft schon königlich vorbereitet <3


Gibraltar (Fun-)Facts:

- Es herrscht Rechtsverkehr

- Eigene Währung (Gibraltar-Pfund), die ich aber nicht in der Hand hatte - EUR gehen auch

- Eigener Handynetz-Betreiber (EU-Roaming)

- (einige wenige) Rote Doppeldecker-Busse



Dienstag, 24. Dezember 2024

Caminito del Rey es para Principitos ;-)

24.12.

Nordwestlich Malaga gibt es einen ziemlich berühmten "Wanderweg", der 3 km an den steilen Wänden einer Schlucht entlangführt. Den hatte ich eigentlich auf meiner Liste, aber wegen Feiertag ist er geschlossen - ärgerlich, zunächst..

Die ganze weitere Umgebung um den Bahnhof El Chorro (so etwas wie Göschenen (Schweiz - Gotthardtunnel)) sieht auch ganz interessant aus. Der höchste Gipfel Pico Humo (Humo=Dunst) ist immerhin knapp 1200 m hoch und wird auch in einem Wanderblog empfohlen. Also: Neues Ziel auserkoren!

Ich bin extrem begeistert von dem Weg. Extrem abwechslungsreich und stellenweise echt anspruchsvoll! Aber ich lasse einfach mal die Fotos für sich sprechen: 
Beim Abstieg gab es noch mein persönliches Weihnachtsgeschenk: Steinböcke! Die waren nicht mal sonderlich scheu (ca. 10 m..).
14 km und ziemlich genau 1000 hm stehen zu Buche.
Wieder nach Malaga rein fahre ich diesmal mit dem Bus, da die S-Bahn nur stündlich fährt. Das hat den Vorteil, dass ich auch gleich eine andere Seite der Innenstadt zu sehen bekomme.

Im Hostel in Malaga habe ich ein ca. 6qm eigenes Zimmer gebucht. Außerdem wird ein Weihnachtsdinner in der Bar des anderen Hostels angeboten (es gibt mehrere Standorte).

Wir sitzen schließlich zu acht am Tisch: Andrea (USA, in Belgien wohnend), Ralph (NY), Jordana (USA (Jüdin)), Sophia (Russland, in London und zuvor in Rom lebend), sowie eine Dänin und zwei Niederländer und zeitweilig Jan-Ole aus Norddeutschland, der mit dem Rad um die iberische Halbinsel radelt.
Eine sehr coole lustige Runde!
Ähnlich wie mir hat sich niemand ganz bewusst dafür entschieden an Weihnachten auf Reisen zu sein, aber wirklich schlimm die Familie/die Heimat vermissen tut auch niemand.

Das Essen ist sehr lecker! Als vegane Option panierter Blumenkohl an pikanter Erdnusssoße (der von allen als beste Vorspeise auserkoren wird), als Hauptspeise in meinem Fall Falafel mit Salat - klingt unspektakulär, war aber wirklich sehr gut gemacht, und ein super leckeres Zitronentörtchen zum Nachtisch.
Nach Mitternacht merke ich, dass meine Müdigkeit es nicht mehr zulässt noch weiterzuziehen.

Montag, 23. Dezember 2024

Handgepäck

23.12.

Sorry für die lange Update-Pause und vielen Dank für das positive Feedback von einigen! Ich bin sehr positiv überrascht, wie viele hier mitlesen :-)

Endlich wieder mit meinem Lieblingsverkehrmittel in Barcelona unterwegs (vom Hostel zum Bahnhof Sants). Die Räder heißen Donkey und es gibt sie u. a. auch in Kopenhagen, Turku und sogar Hannover!

Ich habe leider schlecht geschlafen, so dass es mich in Malaga zum Chillen an den erstbesten Strand zieht.
Hier steht einfach mal ein riesen Schornstein! Muss mal Industriegebiet gewesen sein.. Immerhin ist er aus Ziegelsteinen und nicht aus Beton.

Mit der offensichtlich ziemlich neuen U-Bahn (direkt Kreditkarte ans Gate, top) geht es aus La Paz (so heißt der Stadtteil!) zurück Richtung Innenstadt. Die Kathedrale oder gar die Festung schaffe ich nicht mehr vor der Dämmerung. Dafür aber tolle Weihnachtsbeleuchtung Anschauen und lecker Churros con Chocolate :-)
Dann muss ich wieder zum Bahnhof, 20 min "Cercanias"=Vorortzug (S-Bahn) nach Cártama, westlich von Malaga. Dort darf ich bei Matvey und Jana übernachten. Matvey ist Russe, ich habe ihn bei einem Couchsurfing Hangout im Februar in Sevilla kennengelernt. Sie sind vor ein paar Monaten hierher gezogen, da Jana, die ursprünglich aus Venezuela kommt, hier einen Job als Zahnärztin bekommen hat. Vielen Dank für die Gastfreundschaft!

Nun zum Titel der des heutigen Eintrags:
Mit den Gastgebern habe ich den Netflix-Film "Carry-On" geschaut. Naja, zumindest die ersten 30 min, bis alle müde geworden sind. Es geht um eine Bombe im Handgepäck.
Ich echauffiere mich gerne über die völlig sinnfreien Gepäckkontrollen bei spanischen Fernzügen. Beispiel: In Algeciras gibt es eine Kontrolle für den Fernzug nach Madrid. Wenn ich aber in den gleichen Zug bspw. in Ronda einsteige, gibt es keine. Ich muss also nur wissen, an welchem Bahnhof ich zusteige, um eine Bombe nach Madrid zu bringen. Ein Paradebeispiel von blankem Aktionismus - Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die das Zugfahren einfach nur anstrengender macht.
Beim Umstieg in Madrid Puerta de Atocha ging es eine Etage hoch, nochmal durch die Gepäckkontrolle, und dann wieder runter auf die Bahnsteigebene. Immerhin ein cooler Blick in die "Gewächshaus"-Bahnhofshalle - immer wieder cool!

Bei dieser Kontrolle, meiner wahrscheinlich 20. seit ich in Spanien reise, wurde doch tatsächlich mein immer mitgeführtes kleines Obstmesser entdeckt! :-D
Der Mitarbeiter hat es sich zeigen lassen und mit den Worten "Perfecto" durfte ich es wieder einstecken. Freundlich sind sie ja :-)

Btw.: Habe ich Bombe geschrieben? Hoffentlich verfolgt mich der spanische Geheimdienst jetzt nicht :-D

Sonntag, 22. Dezember 2024

Lieblingsstadt

Ich mache Frühstück im Hostel - es ist immer noch Proviant über ;-) und Kaffee ist gratis. 

Dann habe ich entschieden nochmal eine "Free" Walking Tour mitzumachen. Zuletzt mit Holger 2015 gemacht. Tatsächlich erkenne ich nur zwei Plätze wieder. Hier war ich noch nicht (ehemalige Markthalle, die jetzt Ausgrabungen von Ruinen aus dem 18. Jahrhundert beherbergt)

Warum ich Barcelona auch so mag! :

2015

Heute

Ganz schöne ÖKODIKTATUR hier ;-p

Ich war nicht sicher, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, dass sich hier Verkehrswende-mäßig einiges getan hat. Nun wäre das wohl überprüft :-)

Parque del Labirint - Danke für die Empfehlung an Baumi!

Ich mache dann noch eine kleine Wanderrunde von etwa 5 km /250 hm

Leider geschlossen :(


Zum Abendessen gibt's Indisch heute (Restaurant Mehman Khanna). Sehr zu empfehlen. Zwar mitten in der Altstadt, aber nicht an den Haupt-Touri-Achsen.

Samstag, 21. Dezember 2024

Falsches Verkehrsmittel

Freiburg - Barcelona Flixbus
(operated by Monbus - ein spanisches Busunternehmen mit 1500 Bussen)
Warum das??
Nun.. Als ich im Februar auf der Rückreise den Nachtzug von Cerbere nach Paris nehmen wollte, war dieser wegen Streik der Zugbegleiter in Frankreich ausgefallen. Einzige Chance noch pünktlich zurück nach Deutschland zu kommen: Eben jener Flixbus. Dabei habe ich gemerkt "Man kann das überleben" . Jetzt so kurz vor Weihnachten war es die einzige "bezahlbare" Option nach Spanien zu kommen und
die einschlägigen Bahnstrecken kenne ich ja ohnehin bereits.
Fancy Kaffeeautomat an einer Raststätte hinter Montpellier. Café Americano 2,40€. Toiletten kostenlos. Grüße an Tank und Rast ;-p

Etwa bei Perpignan lerne ich im Bus Seraphine kennen. Sie kommt nicht etwa aus Frankreich sondern ist auch schon seit Freiburg an Bord und möchte ab Barcelona mit dem Zug noch 2,5h weiter Richtung Tarragona. 
Hinter der Grenze wird der Bus von der Polizei kontrolliert, was fast eine Stunde dauert.Für Sepharine bedeutet das, dass sie ihren ursprünglichen Zug verpasst und einen zwei Stunden später nehmen muss.
Ich hatte versprochen sie noch zum Bahnhof (Francia) zu begleiten und so haben wir nun noch 1,5h Zeit gemeinsam im Parque de la Ciutadella die Sonnenstrahlen zu genießen - kein schlechter Start in den Urlaub!
Als ich im Hostel Itaca nahe der Kathedrale ankomme ist es schon dunkel. Zum Abendessen muss ich nicht nochmal raus, habe noch genug Proviant übrig.

Das hatte ich übrigens im WhatsApp Status 22. Oktober:

Flights in Christmas holidays too expensive?
See what I recently booked:
Flixbus Freiburg 23:05 - Barcelona 14:20 69€
2x accommodation 6Bed-Dorm 80€
Renfe Barca 9:00 - Malaga 15:22 71 €
=========
Transport only = 140€

Renfe Sevilla - Madrid 24€
1x accomodation Madrid ?? €
Iryo Madrid - Barca 60€ 1st Class incl.Vegan breakfast
Regional train Barca - Cerbere 10-20€
Night train with couchette Cerbere - Paris 69€
Paris Karlsruhe 43€
=========
Transport only ~ 196 € (incl. night train)

Sonntag, 17. November 2024

Signal bleibt rot

(Ljubljana)

Belgrad passieren wir nachts, ich bekomme nichts davon mit. An der Serbisch-Kroatischen Grenze (Schengen-Eintritt) werden wir dankenswerterweise nur kurz aufgehalten und ich schlafe nach den Passkontrollen schnell wieder ein. 

Als ich gegen 6:30 aufwache, sind wir schon kurz vor Zagreb. Es sieht so aus, dass ich meinen geplanten Zug in Villach (5 h Umstiegszeit) doch kriegen werde.

Weiter geht es entlang der Save - schöne Landschaft! Die Save ist der längste Fluss sowohl Kroatiens als auch Sloweniens und bildet die nördliche Grenze von Bosnien und Herzegowina zu Kroatien. In Belgrad mündet sie in die Donau. Schön, dass man beim Bahnreisen auch ein bisschen Geographie lernt.

Nebenfluss der Save

Dichte Nebelfelder und sonnige Abschnitte wechseln sich ab.

Dann plötzlich, im Dorf Sava, 40 km vor Ljubljana, kommen wir zum Stehen. "Es kann bis 16:00 dauern, bis wir weiterfahren". Verdammt - es ist gerade 10:00. Um 13:30 frage ich den Zugchef, ob ich hier aussteigen kann. Um 14:29 fährt der nächste Regionalzug nach Ljubljana. Zwei davon haben uns schließlich schon passiert. Dankenswerterweise klärt er mich auf, dass die Streckensperrung erst hinter Ljubljana ist. Wir stehen bloß hier, da unser langer Zug sonst den ganzen Bahnhof blockieren würde. Also gehe ich nicht von Bord.

Gegen 14:30 bewegen wir uns weiter. Es gibt noch ein paar weitere Stops. Einmal mehr wird klar, dass der Optima-Express die Trassen-Priorität eines Güterzugs hat (oder noch darunter :-D ). Mit sagenhaften 11 h Verspätung erreichen wir Villach.

In der "Orient Foodbar" (wie passend zum Abschluss der Reise!) gibt es leckeres veganes Abendessen für mich.

In der Altstadt von Villach herrscht schon Weihnachtsstimmung. Ein "Glühmost" zum Aufwärmen muss da schon sein. Den Rest der Reise also nochmal durch die Nacht. Immerhin durchgehender IC Salzburg-Stuttgart. Es begleitet mich bis Karlsruhe-Durlach Tamer aus dem Optima-Express. Er reist gerne in die Türkei, u. a. zu den Großeltern. Wegen Flugangst bevorzugt mit dem Zug. Vielen Dank für die Gesellschaft!

Samstag, 16. November 2024

Bulgarien und Serbien - Optima-Express

Das ist mal ein Zug!: 

7 Personenwagen (1 Schlafwagen, 1 Speisewagen, 5 Liegewagen) und 10 zweiteilige, geschlossene Autotransportwagen. 100-140 Autos können laut meiner Mitreisenden an Bord sein.

Die Wagen sind altbacken aber gemütlich.

Etwa die Hälfte der Abteile, so auch meines, ist etwas breiter als normal (mind. 1 m zwischen den Liegen). Es gibt Steckdosen und sogar WiFi! Alles ist sauber und wird regelmäßig gereinigt. Die Wagen haben ein geschlossenes WC-System.

Das größte Manko ist nicht der Zug selbst, sondern die besch..ene Infrastruktur der befahrenen Strecken und die teils schikanösen Grenzkontrollen. Am Grenzeingang Bulgarien haben sie bspw. mehrere Leute hinten die Autos öffnen lassen.

Wohl auch wegen Bauarbeiten in Bulgarien schätzen meine Abteilkumpanen die Verspätung auf inzwischen 8 Stunden.

Ab Grenze Serbien wird es nochmal kühl im Zug (Diesellok), dafür beeindrucken die Landschaften der Nišava-Schlucht. Im Speisewagen treffe ich mich mit dem Schweizer zum Mittagessen.

In Niš kommt wieder eine E-Lok dran und das Wasser für die WC- und Waschräume wird aufgefüllt.

Die meist türkischen Rentner an Bord sind alle sehr freundlich und gesprächig!