Sonntag, 30. November 2025

Algarve die Vierte

Mittwoch, 26.11.
Meinen Weg von Conil nach Albufeira schlägt einem so garantiert keine Mobilitäts-App vor. Ich habe ihn auch nur Dank meiner Sonntag erworbenen Ortskenntnis zusammenbekommen:

11:05 Conil Busbahnhof
11:35 Chiclana Busbahnhof
 (500 m Fußweg)
11:47 Chiclana - Nuestra Señora de Los Remedios (Straßenbahn)
12:10 San Fernando - Plaza del Rey
 (Ca. 1 km Fußweg)
12:51 San Fernando - Bahia Sur (Zug "Media Distancia")
14:18 Sevilla - San Bernardo*
 (gemütlicher langer Spaziergang**)
17:50 Sevilla - Plaza de Armas (Haupt-Busbahnhof)
20:20 Albufeira Av. Liberdade
 (knapp 4 km Fußweg zum Chris)

Hat alles geklappt wie am Schnürchen :-)

*Der Bahnhof ist ein völlig unspektakulärer Tunnelbahnhof, nicht mal mit einem schönen oberirdischen Zugangsgebäude. Ich finde er sollte umbenannt werden ;-p

**Churros con Chocolate an den Gärten von Murillo, Plaza de España, Parque de Maria Luisa, Ufer des Kanals Alfonso XIII. Sogar ein paar "neue" Gassen am Rande der Altstadt habe ich entdeckt :-)Die Spanier übertreiben es immer voll mit Weihnachtsbeleuchtung. Sogar Jahr für Jahr neu: Letztes Jahr standen hier glaube ich noch Kamele.
Chris und sein Onkel Hannes warten mit einem leckeren warmen Abendessen auf mich. Wir sind jetzt eine schöne Männer-3er-WG die nächsten Tage.

Donnerstag, 27.11.
Chilltag! Wäsche Waschen, Detailplanung und -Buchung der verbleibenden Reisetage, abends zu einem neuen Inder und -ganz wichtig- :-D "Ticket to Ride" (Europa-Bahnstrecken-Bau-Brettspiel).
Freitag, 28.11.
Ausflugstag mit Hannes! (Chris muss noch ein bisschen arbeiten (Deutschunterricht-online) und sich später um Sohn Ben kümmern).
Tavira, östlich Faro, hatte ich mir markiert, da es vom Zug aus hübsch aussah. Hannes war zwar schon mal dort, ist aber sofort einverstanden.
Vom Ortszentrum geht es mit einer kleinen Fähre den Fluss Gilão hinab bis auf eine Nehrung.
4km Wanderung am Strand
Hannes überrascht mich mit noch einer weiteren Eisenbahnstrecke - 1km. Den Fahrschein gibt es an einem umfunktionierten Parkscheinautomaten, bezahlbar auch bargeldlos :-D
Ab Faro: Kurzfristiger SEV :-/ Dankenswerterweise fährt der Bus nonstop bis Albufeira und wir haben dadurch sogar einen kürzeren Aufenthalt in Faro. Wir steigen in den falschen Stadtbus (die Linienführungen in Albufeira sind sowieso der totale Murks und ab 20:00 endet der Service), aber wir machen das Beste daraus und gehen spontan zu einem Griechen an der Av. Liberdade (wo auch die Flixbusse halten). Von hier zurück mit dem Uber - kostet etwa 1€ pro km. Diesmal ein Electric Car (was man bei der Buchung schon sehen kann). Der BYD Dolphin Surf (Kompaktwagen) ist 22 Monate alt und fast 160.000 km gelaufen. "Wie neu" laut dem zufriedenen Fahrer.

Samtag, 29.11.
Immer eines meiner Highlights beim Chris-Besuch: Fitnessstudio (oder eher -raum) mit anschließender Sauna in einem benachbarten 4*-Hotel, für nen 10er. In der Nebensaison ist eh nichts los. Hannes kommt später dazu, für die Sauna. Anschließend gibt es nochmal leckeres aufgewärmtes Essen, das Chris ursprünglich schon gestern Abend für uns vorgekocht hatte <3
Nun heißt es schon Abschied nehmen von Albufeira: Chris hatte sofort reagiert auf meinen Halbmarathon-Fail in Marokko und mich auf den morgigen Halbmarathon in Lagos eingeladen, der sowieso Teil seines Marathon-Trainings ist. Da habe ich natürlich sofort zugesagt. Um mit Öffis Sonntagmorgen rechtzeitig in Lagos zu sein müssten wir um 6:30 die Wohnung verlassen, das muss ja echt nicht sein. Chris super Vorschlag: Hostel in Lagos. Das Orange3-Hostel gefällt uns sehr und wir haben sogar ein Vierer-Zimmer für uns alleine. Abends noch lecker Pizza und ein bisschen durch die schöne Altstadt von Lagos schlendern.
Hostel-Innenhof

Sonntag, 30.11.
Gleich geht's los!
Der Halbmarathon läuft super. Die Strecke ist auch cool. Zwar werden etwa 4,5 km 4x durchlaufen (2x hin und zurück), dafür hat man ständige Begegnung mit den vor und hinter einem liegenden Läufern, was es abwechslungsreich macht. Es gibt kaum Höhenmeter und der nicht unerhebliche Wind weht eher von der Seite. Dazu scheint wider Erwarten die Sonne. Zum Glück entscheide ich mich noch, das Cappy aufzusetzen. Dezente Temperaturen, also top Bedingungen. Am nervigsten sind da noch meine abgerockten Schuhe, die ich eigentlich aus Gründen längst zu Urlaubsschuhen degradiert habe :-D Ich laufe 1:44h, also nur 2 min unter meiner Bestzeit. Nicht schlecht für nur wöchentliches "Training" mit max. 12 km.
Anschließend gibt es ein Guinness bei einem Touri-Lokal an der Marina. Anstoßen auf das erfolgreiche Finale einer Aktion eines Laufkumpanen von Chris: Jeden Tag im November die km entsprechend des Kalendertages laufen. Hut ab!
Im Zug in Tunes verabschiede ich mich von Chris - hier steige ich um in den IC nach Lissabon.

Dienstag, 25. November 2025

Costa de la Luz

Samstag, 22.11.

Der Zug kommt auf die min pünktlich um 5:45 in Tanger an. Die Stadt hat eine beeindruckende Küstenpromenade mit etlichen riesen Hotels.

An der Promenade quatscht mich Aschraf an, der die Nacht bei einer Flasche Wein durchgemacht hat und sich freut mit mir Deutsch zu sprechen. Er hat immerhin B1-Niveau. Irgendwann wird mir kalt, außerdem brauche ich dringend einen Kaffee. Ich sehne das Tageslicht herbei. Aber es ist cool Tanger nach und nach erwachen zu sehen. Die Medina ist relativ klein und es ist noch gar nichts los. Ein Café hat schon geöffnet, zum Glück. Als ich mein Mini-Frühstück fertig habe, ist schließlich das Tageslicht da.

Ich hatte übrigens schon fast vermutet, dass es ein Dacia-Werk in Marokko gibt. Das befindet sich hier bei Tanger. Es wird auch für den europäischen Markt gebaut. In Marokko haben Renault und Dacia gemeinsam einen Marktanteil von 43%!

Die 9:00-Fähre bekomme ich entspannt. Die spanische Passkontrolle findet erst in Tarifa statt, was mich etwas wundert. Es ist eine schaukelige Überfahrt, ich sehe zwei Leute kotzen.

Fußpassagiere dürfen mal zuerst runter :-))

Fast schon ungewohnt in einem Bus zu sitzen, in dem alles funktioniert :-D Hier fahren Reisebusse die Überlandstrecken. Nach Conil de la Frontera dauert es 1 h. Hier habe ich 4 Nächte in einem kleinen Hostel gebucht für 85€ im Vierbettzimmer. Eigentlich ein Surfer-Hostel. Die Gäste: 70% Deutsche (so wie in der ganzen Region). Nach der dringenden Dusche mache ich ein Nickerchen, dann eine erste Erkundungsrunde durch den Ort.

Der Torre Castilnovo bietet sich für einen Spaziergang im Sonnenuntergang an! Ich hatte schon auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hostel ein Lokal entdeckt, bei dem es Udon-Nudeln mit Tofu gibt. So eine hier seltene Gelegenheit wird natürlich gleich genutzt.

Sonntag, 23.11.

Ich habe eine neue Bahnlinie entdeckt! Eine Überland-Straßenbahn von Chiclana, mit 90.000 Einwohnenden sogar deutlich größer als Conil, nach Cadiz. Ab San Fernando nutzt sie bis Cadiz die normale Bahnlinie. Also duales System, wie in Karlsruhe. Damit steht meine heutige Route nach Cadiz fest! 23 km Wanderung, den GR145 - Sendero Europeo Arco Atlántico bis zur Endstation der Bahn. Ich laufe die ersten km am Strand entlang - die Schuhe ziehe ich aber bald wieder an - noch zu kühl!!

Der Weg im Landesinneren ist unspektakulär und führt teils kilometerlang durch Pinienwälder. Allerdings bekomme ich bei einer "Dorfkneipe" einen Kaffee für 1,30€ und später geht es noch durch ein Sumpfgebiet!, was man hier ja gar nicht so erwartet.

Cadiz gefällt mir gut! Ich umrunde die gesamte Halbinsel.

Länger halte ich mich in der Festung Santa Catalina auf: Hier gibt es Ausstellungen zu einer Munitionsexplosion, die 1947 die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt hat, und zum Dia de los Muertos in Mexiko.Meine Rückverbindung führt mich wieder mit der Straßenbahn nach Chiclana und dann mit dem Bus weiter. Diesen Bus kann man nicht online buchen und ich habe nur noch 80 Cent Bargeld. Shit! Im Bus kann man nur Bar bezahlen. Das hatte ich befürchtet. Ich hatte schon 3-4 jüngere wartende Leute gefragt, ob sie Paypal haben, um auf diese Weise ein paar Euro "abzuheben". Aber das ist hier in Spanien irgendwie nicht populär. Der Busfahrer bleibt standhaft. Dann wohl 2,5h Aufenthalt in Chiclana. Erstmal Abendessen. Um 19:00 haben nur Cafés geöffnet, und ein Cientos Montaditos, sowas wie der spanische Wetherspoon. Da sitzt auch eine Gruppe Teens/Twens, denen ich wieder die Paypal-Frage stelle und mein Anliegen erkläre. Einer drückt mir direkt 3 Euro in die Hand. Mein Angebot ihn/die Gruppe auf ein Getränk oder Snack einzuladen, wird nicht mal angenommen. Voll nett! <3
.oO Vielleicht sollte ich mich doch für diese Fernsehshow bewerben, in der man mit 0 € durch Europa reisen muss :-D
Ich lasse es mir nicht nehmen, noch auf einen Hügel mit Kapelle/Aussichtspunkt zu steigen.
Der Bus kostet letztendlich nur 1,75€.

Montag, 24.11.

Chilltag.. Ich erkunde ein bisschen Conil selbst, um 17:00 habe ich ein Online-Bewerbungsgespräch.

Anschließend gehe ich 12 km joggen. Zum Abendessen begleitet mich Sabine, die das Bett unter mir belegt und in Mannheim! wohnt. Sie leiht mir auch 20€, damit ich von weiteren Malheuren wie gestern verschont bleibe <3

Dienstag, 25.11.

Fejer de la Frontera steht auf dem Plan. Den Zusatz "de la frontera" ("von der Grenze") tragen viele Orte hier, weil sie während der Reconquista zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert an der Grenze zwischen christlichen und maurischen Territorien lagen.

Um heute unabhängig von den Bussen zu sein leihe ich mir ein Fahrrad, bei einer völlig chaotischen Autowerkstatt. Das Fahrrad ist gut in Schuss, aber bietet mit Vollgummirädern nur mäßigen Komfort. 3 Gänge sind jetzt auch nicht viel für die teile sehr hügelige Landschaft, aber am nervigstens ist der eigentlich (in höchster Stellung) noch viel zu niedrige Sattel. Ich radele oft im Stehen, vor allem, wenn es bergauf geht.

Ich parke das Fahrrad am Fuß des Berges, auf dem Fejer liegt, vor einem modernen Krankenhaus. Der Wanderweg hoch ist richtig schön. Zurück nehme ich eine andere längere Route, so dass es mit Erkundung von fast ganz Fejer dann auch 12 km und 300 hm werden, sowie 30km und 200 hm mit dem Rad.

Gott bin ich froh, wieder den Ortsrand von Conil zu erreichen. Die Werkstatt hat entgegen der Aussage von heute Mittag schon zu. Also muss ich das Rad für die Nacht im Hostel abstellen. Zum Glück liegt der Entleih auf dem Weg zum Busbahnhof. Nach dem Duschen freue ich mich auf ein ausgiebiges Abendessen beim örtlichen Inder. Sabine ist nochmal so nett und begleitet mich - lieben Dank!

Freitag, 21. November 2025

Marrakesch

Donnerstag, 20.11.
Nette morgendliche Begrüßung direkt vor der Hosteltür..
..enden aber bestimmt auch irgendwann so :-/

Ich hatte mir hier in Diabat ein Einzelzimmer genehmigt, für 19€ (davon 2€ angezahlt). Ich kann in € bezahlen, Wechselgeld bekomme ich in Dirham zurück. Den Bus nach Marakesch buche ich eben online, um kein Bargeld zu brauchen. Der Bus ist genau so eine abgerockte Bude wie von Safi. Mein Sitznachbar stinkt nach Fisch, steigt zum Glück auf halber Strecke aus. Überhaupt hält der Bus alle 5 km. Zusammen mit dem Stop and Go in Marrakesch dauert die Fahrt 4 statt der angegebenen 3 h. Supratours, das zum Bahnunternehmen ONCF gehört, soll wohl deutlich besser sein und Busfahren fast wie in Europa ermöglichen.

Ich habe ein großes Hostel gebucht, dass auch Standorte in Madrid und anderen Metropolen Europas hat. Das Gebäude und die Einrichtung sind aber nicht weniger hübsch als in meinen vorherigen Unterkünften. Gegen 19:00 holt mich Tobias "aus Fès" zum Abendessen ab. Er hat gerade den letzten Abend in Marrakesch. Schön, dass es noch klappt mit einem Wiedersehen! Er legt mir das Abendessen aus und hebt 700 Dirham für mich ab - ich paypale ihm die Summe. Damit ist meine Geldnot erstmal behoben. Vielen lieben Dank!!

Freitag, 21.11.
Marrakesch ist touristischer und teurer als alle Städte, die ich zuvor erlebt habe. Die Medina hat größtenteils breitere Gassen, aber auch weniger Charme als in Fès. Vor allem nervig: Überall wird mit Tuktuks oder Mofas durchgerast. Ich schlendere quer durch die Stadt, komme wohl oder übel am Hauptplatz (Jmaa el-Fna) vorbei....und erreiche schließlich mein Ziel, den "Cyber Park". Ich vermute, der ist von der Maroc Telecom gesponsert. Auf jeden Fall gepflegt, kostenlos und relativ groß.Granatapfel und Datteln. Beides noch nicht (bewusst) wachsen gesehen.
Überhaupt gibt es einige gepflegte und recht ruhige Parks westlich der Innenstadt.

Taxifarbe in Marrakesch: sandfarben. In Essaouira sind sie hellblau, also farblich zwischen Meknes und Rabat. .oO Ich finde, sie sollten mal ein landesweites Treffen veranstalten. Vielleicht würden sie einen Regenbogen zusammenbekommen. Aber ich glaube, das wäre hier nicht so angesagt :-D
Es gibt Busfahrerinnen und Polizistinnen, fällt mir auf.

Für 15:15 habe ich eine Walking Tour gebucht, die mir zwei Mädels aus Hamburg gestern im Bus empfohlen hatten. Der Führer lässt sich 3 Stunden Zeit, es ist kurzweilig, ich erfahre noch einge interessante Details zu Marokko: Geld für Gastfreundschaft zu nehmen ist nicht Teil der muslimischen Kultur, das haben die Europäer nach Marokko gebracht. Die Häuser sind traditionell aus Lehm. Im unteren Stockwerk mit 1 m, darüber mit 60 cm dicken Wänden. Fenster zur Gasse gibt es nicht, Schlafzimmer sind ohne Fenster. Dafür einen Innenhof. Zierpflanzen gibt es nicht. Die Marokkaner sind sehr praktisch veranlagt - nur Nutzpflanzen.
2023 hat ein krasses Erdbeben Marrakesch und Umgebung erschüttert (fast 3000 Tote). Hatte ich gar nicht mitbekommen oder nicht mehr in Erinnerung. Teilweise läuft noch der Wiederaufbau. Das führt zu einer weiteren Gentrifizierung in der Medina. Europäer können sich den Aufbau eher leisten und bauen Touri-Unterkünfte.
Marokkanisches Hammam funktioniert ganz anders als türkisches. Für Frauen ist es schicker und sie bleiben doppelt so lang drin. Das Nationalgericht "Tajine" (Eintopf aus einer Tonschale mit Deckel) wird traditionell, entsprechend lange, in der Glut der Hammam-Öfen gegart.
Hier in Marrakesch ist der echte lokale Markt klar nach Warengruppen getrennt, wie man vielleicht auch auf den Fotos sieht. Wir waren auch auf einem riesen Teppichmarkt. Angenehm, das wieder Freitag ist, viele Marktstände haben geschossen - weniger Trubel.Hiervon gab es später noch locker 15 weitere Stände.So läuft hier Brot-Massenproduktion. Man durfte sogar eines probieren!

Also ganz ehrlich: Die Marokkaner haben schon Stil! .oO Wenn ich irgendwann doch mal neureich bin und sesshaft werden will: Den gesamten Hausstand, einschließlich der Fliesen auf den Märkten in Marrakesch eingekauft, einen Seecontainer vollgemacht, am besten noch einen Designer/in aus Marokko dazu, und du hast eine wirklich! stylische Bude!! :-)

Ich schaffe es leider gar nicht mehr noch warmes Abendessen zu mir zu nehmen. Der Weg zum Bahnhof führt mich durch erstaunlich reiche moderne Viertel. Der superlauten Hauptstraße muss ich zum Glück nur den letzten km folgen. Es scheint eine O-Bus-Linie im Bau oder in Renovierung zu sein. 
Das Abteil im Nachtzug teile ich mir mit einem Schweizerisch-Vietnamesischen-Pärchen. Die vierte Liege bleibt angenehmerweise frei.

Es ist übrigens eine gute Masche kein Kleingeld zu haben: Ich habe mir heute 2x 2 Dirham für Toiletten gespart (Die sind ohnehin so abgefuckt, trotz Personal, dass man Geld bekommen sollte, dafür, dass man sie benutzen muss. An Bahnhöfen sind sie etwas besser und kostenlos!). Außerdem habe ich sogar zwei Fladenbrote geschenkt bekommen.

Mittwoch, 19. November 2025

Pleite!?

Dienstag, 18.11.
Ich komme irgendwie nicht von der Dachterrasse runter. Zu chillig, gemütlich, gute Musik, gutes WiFi ;-), gastronomisch ist man auch versorgt. Hier machen ("auch") einige andere remotes Arbeiten.
Auch die chillen hier gern.
Finde den Regenbogen :-)"Gegenblick"
15:30 mache ich mich auf zu einer Runde durch die kleine Medina, inkl. Einkauf von Obst, Gemüse und Amlou (frisches Mandelmuß mit Honig). Ein Friseurbesuch ist auch noch dabei. Gott ist der abgef*ckt. Aber ich will halt die volle Experience :-D 7€. Hatte schon schlimmere Haarschnitte :-)
Irgendwie fühle ich mich etwas niedergeschlagen und habe keinen Appetit - nehme nur einen Pfefferminztee statt Abendessen auf der Dachterrasse zu mir und gehe früh ins Bett.

Mittwoch, 19.11.
Mission Geld Abheben - mit 1500 Dirham (knapp 150€) bin ich doch nicht ganz hingekommen (wobei ich die 3 Nächte in Fès und die Zugfahrkarten in € bzw. mit Karte bezahlt habe). Ich probiere 3 Automaten aus, alle wollen mir kein Geld geben. Erst beim letzten nehme ich die Fehlermeldung wahr: Kreditlimit erreicht. Also zurück zum Hostel (für WiFi) und das Limit erhöht. Ich versuche noch an 3 weiteren Automaten, aber irgendwie scheint die Änderung nicht sofort wirksam zu werden. .oO Hoffentlich wird die Karte bei so auffälligen Aktionen nicht gesperrt. Nervig! Ich hatte nur ein kleines Frühstück, fühle mich besser, aber immer noch nicht bei vollen Kräften. Ich hatte schon bessere Stunden diesen Urlaub!
Ich bin auf einem 4,5km Fußmarsch nach Diabat, einem Dorf südlich von Essaouira. Für meine dritte Nacht hier wollte ich es etwas ländlicher haben. Der Mann der Gastwirtin (wie sich später herausstellt) gabelt mich auf und schickt mich in die richtige Richtung. Wie so viele Unterkünfte hier in Marokko ist das Hostel in einer Hinterhofgasse versteckt. Hinter der unscheinbaren Tür ist wirklich ein Kleinod versteckt....und die anderen Gäste sind nicht fast nur Franzosen, sondern auch zwei Deutsche, eine Engländerin, ein Malaysier (der in Stockholm lebt), eine US-Amerikerin (die hier lebt und gerade die Wohnung wechselt), ...
Ich kann sogar meine Wäsche waschen lassen. Das ist super, so muss ich mich nicht erst in Marrakesch darum kümmern.
Ich will noch schnell an den Strand. Der ist hier offen gelassen, hinter einer großen Düne - viel schöner als an der Promenade in Essaouira, die irgendwie schon ein bisschen an die Playa de Palma in klein erinnert. Super feiner Sand, nur auf Glasscherben muss man aufpassen. Ich bin der Einzige, der badet. Es kommen (geführte) Gruppen mit Pferden vorbei, einmal auch Quads und Kamele. In den Dünen sitzen 3 Junge Leute, Esther und Juanjo aus Spanien und Hassan (der auch Spanisch spricht) aus Marokko. Die drei bieten Touren in die Sahara an, aber machen gerade selbst Urlaub, 3 Tage. Cool, hier mal Spanisch zu hören und auch ein bisschen zu sprechen! Habe ich fast noch gar nicht erlebt (ausländische Touristen: 70% Franzosen, würde ich sagen).
Die 3 bieten mir sogar ein Bier an, eine Rarität hier, obwohl in Casablanca gebraut, wie ich lese.