Relajar - Relax
Zunächst Dienstag, 11.11.Andreea, die ursprünglich aus Rumänien kommt, arbeitet als Automotive Supply Chain Managerin. Das kann sie von zu Hause aus. Ich darf noch entspannt bei ihr abhängen und meine Wäsche waschen. Total lieb, 1000 Dank dafür! Zwischendurch gehe ich an den Strand von Retamar inkl. kurzem Bad im Mittelmeer. Um halb 5 nehme ich den Bus nach Almería (1,05 €, zahlbar mit Kreditkarte) und hole ein Ticket für die Fähre am Terminal (online konnte man nur mit Visa bezahlen, nichts anderes..).
Einkauf für die Überfahrt, Spaziergang die Alcazaba hoch (so weit wie man ohne Eintritt kommt - hätte sich nicht mehr gelohnt für 1h). Ich finde einen tollen ruhigen Platz, genieße die Abendstimmung und die Wärme, die der Fels hinter mir noch über Stunden abstrahlt.
21:00 gehe ich in ein eher nobles italienischen Restaurant. Zu meiner Überraschung gibt es eine vegane Pizza, die auch noch hervorragend ist (der Käse ist durch ein Pesto ersetzt, vermutlich auf Cashew-Basis)! Das versöhnt mich letztendlich etwas mit der "spanischen" Küche: Die Kategorie Vegetarisch existiert NIE auf Speisekarten. Oft werden beispielsweise Baguettes mit Thunfisch als vegetarisch bezeichnet. In den Supermärkten gibt es kein Hummus, geschweige denn pflanzliche Alternativen zu Käse und Joghurt. Ich kann schon keinen Käse mehr sehen. Dabei mache ich beim Essengehen sowieso schon eine Ausnahme und nehme gelegentlich Fisch zu mir.Die Fähre legt 23:30 ab. Ich schlafe relativ gut (Schlafsessel). Die Schlafbereiche sind sauber, nur die Toiletten eine Zumutung. Ich habe für 10 € mehr einen kleineren "VIP" Schlafbereich gebucht. Hierbei sind Kaffee und ein Gebäckstück inkludiert "Die Bar hat die ganze Überfahrt geöffnet" - ist klar.. Als es kurz vor Ankunftszeit ist: "Ya cerrado" - schon geschlossen. Ihr Lutscher! Beim Schokocroissant mache ich kurzerhand Selbstbedienung, beim Kaffee wird das schwierig. Den gibt's später für 1,40 € unweit des Hafens.
Für alle, denen das nicht klar ist: Melilla ist eine spanische Exklave an der afrikanischen Mittelmeerküste.
Die Fähre legt wortwörtlich an einem Fitnessstudio an, das auch schon geöffnet hat (6:30). Kurz überlege ich, direkt dorthin zu gehen, aber Kaffee ist dann doch erstmal wichtiger. Ich mache die erste Erkundungsrunde durch den Ort, genieße die Morgenstimmung und laufe zufällig auch schon direkt an meinem Hotel vorbei: Ich kann schon ab 8:30 vorbeikommen und das Zimmer beziehen!
Mein Hotel (der Klotz auf der linken Seite) und meine Fähre.Was für ein Friedhof?! :-oIch bleibe eine Weile im Zimmer/auf dem Balkon: Erledigungen am Handy/1 h Nickerchen/Brunch der mitgebrachten Speisen.Um 14:00 hole ich schließlich den Fitnessstudio-Besuch nach, habe richtig Bock darauf! Anschließend erkunde ich im schönen Abendlicht die Altstadt, die ich eher als Festung bezeichnen würde.
Weihnachtsbeleuchtung wird bereits überall installiert. Dabei schätzt man, dass die Hälfte der 80.000 Einwohnenden Melillas muslimisch ist. Auch eine relativ große Gruppe jüdischen Glaubens soll es geben.Es ist total interessant, wie unterschiedlich so ein Ort zu den verschiedene Tageszeiten ist/wirkt. Außerdem kommt es mir so vor, als ob ich schon zwei Tage in Mellila bin - vielleicht auch, weil ich zwischendurch geschlafen habe.