Freitag, 14.11.
Ich muss mich korrigieren bezüglich der Medina: Die 2x 1km sind nur der touristischste Kern. Ich glaube das gesamte Gebiet ist etwa 4x so groß. Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat.. Es gibt einfach keine Gasse, die geradeaus läuft. An wichtigen Abzweigungen/Quergassen läuft man vorbei, wenn man sich keine markanten Punkte merkt. Aber selbst das ist schwierig. Zum Teil gibt es Ecken, wo sich bestimmte Waren/Angebote tummeln, zum Teil werden aber auch Zementsäcke verkauft, nebebenan Gewürze, gegenüber lebende Hühner,...
Selbst wenn man auf den "Hauptwegen" bleibt kommt man zum Teil durch Ecken, in denen gar nichts los ist und es so dunkel und abgeranzt aussieht, dass man sich instinktiv sträubt, weiterzugehen. Aber hier ist alles sicher. Schlimmstenfalls sprechen einen junge Männer an, dass es eine Sackgasse sei, und wollen dich zu ihrem Business leiten (in einer Familie hat jeder ein anderes Touri-Business, so dass summa sumarumn alles abgedeckt werden kann ;-) :-D). Aber die lassen sich relativ leicht abwimmeln und sind nicht aufdringlich.
Der Freitag ist muslimischer Sonntag (war mir gar nicht bewusst), daher ist es heute recht entspannt: Es hat nur 1/3 der Geschäfte/Restaurants/Cafés geöffnet.
Zunächst aber in den Jnan Sbil Park. Hier soll Sonntag ein Halbmarathon stattfinden. Ich habe meinen Aufenthalt in Fès bereits um eine Nacht verlängert, aber das Online-Portal zur Registrierung ist schon geschlossen. Im Park steht schon die Streckendeko bereit, aber die Leute, die ich treffe, können nicht helfen.
Ich besichtige eine Moschee nahe des blauen Tors, bzw. deren Innenhof (in die eigentlichen Gebetssäale kommen nur Moslems rein, da sind sie konsequent)..
..und gehe auf einen Aussichtspunkt/ein paar Ruinen nördlich der Medina. Ein teils aufgelassener Friedhof befindet sich auch dort.Blick auf die MedinaDas gehört leider auch dazu :-(Abends gehe ich mit Tobias (von gestern), mangels anderer geöffneter Lokale, in den "Ruined Garden", den ich auf meiner Nachmittags-Medina-Runde entdeckt hatte. Ein eher teures Lokal, aber es ist lecker und die Location hat schon was!
Samstag, 15.11.
Ich muss raus aus der schon etwas bedrückenden Medina. Warum nicht Meknes als Tagesausflug? Wegen der weiteren Übernachtung hier werde ich es auf der Durchreise nicht schaffen. Und so, fast ohne Gepäck, ist es ja viel entspannter, die Zugfahrt dauert nur 50 min und Züge gehen stündlich, teils halbstündlich. 3,50€ 2. Klasse (für die kurze Fahrt brauche ich mir echt keine 1. Klasse zu gönnen..). Laut meinem "Lonely Planet - Europa ohne Flieger" gibt es nur 5 Züge täglich :-D Was aber stimmt: Meknes, kleiner als Fès, ist zum Glück deutlich leiser und entspannter.
Ich gehe den Weg zum Bahnhof Fès (3,5 km) wieder zu Fuß. Unterwegs treffe ich einen Reporter des Nachrichtensenders Al Arabyia (dem marokkanischen, nicht dem gleichnamigen aus den Emiraten), mit dem ich mich ein bisschen unterhalte. Konnte leider auf Anhieb kein Video mit ihm vor der Kamera finden. Vielleicht später, dann stelle ich noch einen Screenshot rein.
Auch entdecke ich einen weiteren sehr modernen Park.
In Meknes muss ich nochmal 3 km laufen um zum Königspalast und den ehemaligen königlichen Ställen zu kommen.
Ich dachte erst, diese als Palmen verkleideten Handymasten sind eine Spezialität von Meknes. Aber sie sind allgegenwärtig :-DDie Ställe werden gerade komplett renoviert. Ein älterer Herr, der ziemlich gut Deutsch spricht, bietet mir eine Führung an, mitten über die Baustelle. Wahrscheinlich illegal.. Es gibt 10 40m tiefe Brunnen. Die Wände sind zur "Klimatisierung" so dick. Hier wurden bis zu 12.000 Pferde gehalten! Er ist total freundlich und ich gebe ihm 50 Dirham (knapp 5€) als Dankeschön.
von außenMaschsee von Meknes oder so ;-)Auf diesem Marktplatz nehme ich ein kleines Mittagessen (Salat und frisch gepressten O-Saft). Die Medina ist hier viel entspannter und irgendwie freundlicher (aber auch jünger) als in Fès.Blick vom westlichen Tor der Medina.Schon krass, dass sich die Türen bei jeder Geschwindigkeit öffnen lassen :-D Die Züge machen immerhin 160 km/h.