Samstag, 26. April 2025
Sunbeams zum Abschluss
Freitag, 25. April 2025
Rainy Zagreb
Donnerstag, 24. April 2025
Back in the E.U.
Leider musste ich für das Apartment in Novi Grad (35 EUR bzw. 70 KM (Konvertible Mark)) nochmal Geld abheben. EUR wären in der Grenzregion sicher auch kein Problem gewesen, aber ich habe nur noch zwei 50€-Scheine. Selten dumm. Noch dümmer: Ich habe die Zugfahrkarten bei der Abhebe-Summe nicht eingerechnet. 10 KM bis Novi Grad waren gerade noch drin, aber damit bin ich blank - keine Münzen mehr für die paar km bis Dobrljin. Nochmal Geld Abheben ist überhaupt keine Option bei 6-8 EUR Transaktionskosten. Immerhin lässt mich Plan B eine Stunde länger schlafen, der Zug wäre schon um 6:00 gefahren.
Also direkt hier in Novi Grad über die Una (Grenzfluss) und damit in die EUR-Zone.
Busbahnhof Dvor
Hier werde ich nochmal von zwei Grenzpolizisten kontrolliert. Der jüngere spricht gut deutsch und smalltalkt ein bisschen mit mir. Um 12 oder 13 Uhr gäbe es einen Bus nach Kostajnica. Die Dame am Kiosk wechselt gerne meinen 50€-Schein.
Die 3 h Wartezeit verbringe ich in einem Café, einem schönen kleinen Park und einem Bistro.
Um 12 kein Bus nach Kostajnica, um 13 Uhr auch nicht. Überhaupt nur ein einziger Bus, in den ich eine Person einsteigen sehe. Wäre ja auch zu schön gewesen. 13:10 also Plan B (oder C??): Wandern/Trampen. 18 km bis Volinja in 3 h wären evtl. zu schaffen, zur Not fährt 3h später auch noch ein Zug. Die ganze Zeit an der Landstraße entlang.
Richtig Lust darauf habe ich aber nicht. Außerdem wird es gerade etwas dunkler und Wind zieht auf. Also halte ich bei jedem Auto den Daumen raus und winke sogar etwas progressiv mit dem Cappy. Viele sind es nicht, max. 7. Im nächsten Ort hält ein Ford Kleinbus (9-Sitzer), der sich als Taxi herausstellt. Der Herr fragt gar nicht nach meinem Ziel, sondern nur nach meinem "Visum". Die Leute haben wohl wirklich unglaublich Angst als "Menschenschlepper" straffällig zu werden. Er will 30 € bis Kostajnica haben. Ich tue so, als ob ich nicht verstanden habe. Ich gebe Volinja an. "20 €". Ich handele ihn auf 10 € herunter. Völlig angemessen, wie sich dann herausstellt. Am Bahnhof von Volinja scheint eh seine Zentrale zu sein und das Taxi-Schild hatte er ja auch nicht auf dem Dach.
Noch knapp 2 h bis zur Abfahrt des Zuges. Wieder ein Bahnhof im nirgendwo. Zum Glück gibt es einen schönen Weg in den Wald, einen Bach entlang, dem ich gemütlich noch etwa 1,5 km folge. In Summe also auch 10 km gewandert heute. Am Bahnhof treffe ich nochmal den freundlichen Polizisten von heute morgen wieder. Die Bahnhofskatze freut sich, dass mal was los ist.
Zagreb gewinnt glaube ich den Preis für den schönsten "Bahnhofsvorplatz"!
Die Hostel-Suche gestaltet sich schwerer als gedacht. Ein kleines zentrales Hostel stellt sich entgegen der Angabe im Web als ausgebucht heraus. Versuch 2 öffnet niemand die Tür, auch bei den 3 verschiedenen Telefonnummer und per WhatsApp keine Reaktion (angeblich Rezeption bis 21 Uhr besetzt).
Ich gehe erstmal Abendessen, Menü in einem veganen Restaurant, mega lecker, meine Laune bessert sich erheblich. Währenddessen buche ich ein wohl erst kürzlich eröffnetes Hostel mit 4Bett-Zimmern 2,5 km außerhalb, eher in der Wohngegend. Dann kriege ich schließlich das Nextbike-Bikesharing in Gang. Mega! Jetzt bin ich mobil die restlichen 36 h in dieser doch recht großen und auf den ersten Blick sehr coolen Stadt.
Mittwoch, 23. April 2025
Srpska
Top of Sarajevo
Montag, 21.4.
Ich kann bei Cailiosa übernachten, die Tochter meiner Mitbewohnerin Lindy, die selbst auch seit ein paar Tagen in Sarajevo ist.
Gemütliches gemeinsames Frühstück, dann mit einem kleinen Linienbus Richtung Seilbahn zum Vidikovac -> Mist, die Seilbahn wird April Mo-Mi gewartet. Zu Fuß hoch (600hm) schaffen wir zeitlich nicht. Also zurück, diesmal Straßenbahn (Davon gibt es nur eine Linie, grob entlang des Flusses Miljacka von West nach Ost, so wie sich auch die ganze Stadt erstreckt.)
Neuer Plan: Lindys Mietwagen, ein moderner Renault Clio Automatik in schickem Orange.
Damit geht es auf einen Parkplatz auf etwa 1000 m Höhe. Leider fällt für Lindy und Cailiosa der Klettersteig ins Wasser, da unterwegs ein ordentlicher Schauer runterkommt -> Nass ist es zu gefährlich. Also nur Wandern. Für mich selbst hat Cailiosa eh kein Leih-Klettersteig-Set auftreiben können. Beim Wandern bleibt Petrus auf unserer Seite. Auf 1400 m Höhe gibt es eine urige kleine Berghütte, die zu essen leider nur eine Hühnersuppe da hat. Also nur Limo. 200 weitere Höhenmeter und wir haben den Hausberg von Sarajevo (Trebević) erreicht.
Auf dem Rückweg müssen wir zum Flughafen, Lindy muss den Clio dort heute abgeben. Der Flughafen hat keine Öffi-Anbindung!! Nach 20-30 min zu Fuß erreichen wir eine O-Bus-Station. Damit wäre das Verkehrsmittel-Quartett voll für heute :-D
Wir steigen einige Stationen zu früh aus, um in einem "teuren" aber sehr guten indischen Restaurant abend zu essen.
Dienstag, 22.4.
Cailiosa hat heute Vormittag Uni. Lindy und ich gehen auf eine "Free" Walking Tour und vorher noch auf einen bosnischen Kaffee und ein nussiges Gebäckstück in ein Altstadt-Café. Der Stadtführer begeistert uns sehr! Die Altstadt ist sehr klein aber wirklich niedlich.
Ort des Attentats auf Erzherzog Franz Ferdinand (links vor dem heutigen Museum)Wir treffen Cailiosa um 14:00 im Café Tito neben ihrer Uni wieder. Bald müssen wir zurück in die Wohnung - ich muss mein Gepäck noch holen.
16:28 geht mein Zug nach Maglaj. Auch zwei Talgo-Züge werden gerade bereitgestellt. Meiner ist zu meiner großen Freude "ein bisschen" was Älteres. 2,5 h Museumszug für 8 € :-D
Eine Plakette in den Wagen erzählt, das sie ein Geschenk von Schweden an Bosnien sind.
Die Strecke geht immer an der Bosna entlang, in die die Miljacka kurz hinter Sarajevo mündet. Die Bosna wiederum mündet an der serbischen Grenze in die Save, an der ich im November mit dem Optima-Express schon viele km entlanggefahren bin.
In Maglaj am gerade ziemlich ausgestorbenen Busbahnhof versuche ich herauszubekommen, ob/wann ein Bus nach Doboj fährt. Ich spreche auf Pol-bos/nisch eine Busfahrerin an, die gerade vom Schichtende kommt. Sie fragt extra bei ihrem Mann nochmal nach: Es scheint nur einen Bus am Tag um 8:30 zu geben.
Ansonsten ist Maglaj eine recht aufgeräumte lebhafte Kleinstadt, obwohl es nur 25.000 Einwohner hat. Schade, dass es schon dämmert und ich morgen so früh weg muss. Mein Hotel, das einzige, was ich gefunden hatte, hätte auch in Deutschland 4* verdient. Ich esse eine Dorade im Restaurant des Hotels (höchstwahrscheinlich aus kroatischer Aquakultur, aber richtig lecker). Forelle war leider ausverkauft.
Zimmer (bereits am nächsten Morgen)
Sonntag, 20. April 2025
Challenge failed
Ok, der Titel ist Clickbate, sorry ;-p Richtig ist: Challenge in der Challenge failed.
Zu den Kravica-Wasserfällen schaffe ich es zeitlich nicht hin- UND zurück zu wandern.Also: Trampen: Zum ersten Mal alleine. Wie spannend! Mit Begleitung, das war in Tschechien, Polen, Kirgisistan. Habt ihr schon mal Anhalter mitgenommen oder Erfahrung mit Trampen?
Es gestaltet sich schwierig. Nach 20 min gehe ich die Ausfallstraße noch etwa 1 km weiter. Es passieren geschätzte 50 Autos, davon 4 mit deutschen Kennzeichen. Manche nehmen sogar 2 m Abstand vom Fahrbahnrand. Wahrscheinlich sehe ich zu gruselig aus :-D Nach gut 30 min gebe ich auf. Zum Glück gibt es einen schönen Weg durchs Grüne fernab der Bundesstraße, ohne nennenswerten Umweg und inkl. schöner Blicke auf die/den? Trebizat.
Die freilaufenden Hunde sind auch nicht so furchteinflößend ;-)
Finally, nach 14 km, 350 hm (ziemlich anstrengend die ganze Zeit durch die pralle Mittagssonne bei 23°): Destination in sight :-)
Ich habe mir vorgestellt mir am Kassenhäuschen am Parkplatz ein Taxi rufen zu lassen, aber da sitzt nur ein Security (o. ä.), der kein Englisch spricht. Nach etwa einer halben Stunde kommt ein Taxifahrer, der eine Familie abholt. Ich quatsche ihn an, ob er einen Kollegen anrufen kann. Er will mir erst nur eine Visitenkarte geben, aber dann hat er eine andere Idee: Er ruft eine "Kollegin", die gerade in dem (einzigen geöffneten) Café neben dem Parkplatz sitzt "Čapljina 20 €". Das Auto ist nicht als Taxi gebrandet und sie räumt erstmal ihre Privatsachen beiseite :-D Anyway - Challenge failed. Taxi und Uber sind was für (pseudo-)gehbehinderte Rollkoffer-Touris ;-p
Ich habe noch 1,5 h Zeit Čapljina ein bisschen zu erkunden.
An einem Einkaufszentrum ist es nicht so tot wie in der "Altstadt", hier haben viele Cafés geöffnet, so dass ich mir noch einen Eiskaffee genehmigen kann. Die Geschäfte sind im Übrigen zum (Oster?)Sonntag alle geschlossen.
Schon mal so ein Bahnticket gesehen? Morgens hat der Schalterbeamte meine Ausweisnummer in der handschriftlich gefüllten Liste ergänzt, darauf etwa 8 andere Passagiere, die ein "Online-Ticket" gekauft haben. Ich darf den Erhalt des Tickets mit Unterschrift quittieren. "Ah Heidelberg! Pforzheim, Karlsruhe" :-D Sein Deutsch ist definitiv besser als sein Englisch.Ob das mit den 200-300 Leuten, die später in Mostar zusteigen, mit dem Ticket auch so lief?! Der spanische Talgo ist ab hier bis auf den letzten Platz voll. Sogar die Sitzpolster und das Jingle vor den Durchsagen entsprechen der spanischen Variante. Dass die Bahnstrecke landschaftlich grandios ist brauche ich wohl kaum zu erwähnen.