Leider musste ich für das Apartment in Novi Grad (35 EUR bzw. 70 KM (Konvertible Mark)) nochmal Geld abheben. EUR wären in der Grenzregion sicher auch kein Problem gewesen, aber ich habe nur noch zwei 50€-Scheine. Selten dumm. Noch dümmer: Ich habe die Zugfahrkarten bei der Abhebe-Summe nicht eingerechnet. 10 KM bis Novi Grad waren gerade noch drin, aber damit bin ich blank - keine Münzen mehr für die paar km bis Dobrljin. Nochmal Geld Abheben ist überhaupt keine Option bei 6-8 EUR Transaktionskosten. Immerhin lässt mich Plan B eine Stunde länger schlafen, der Zug wäre schon um 6:00 gefahren.
Also direkt hier in Novi Grad über die Una (Grenzfluss) und damit in die EUR-Zone.
Busbahnhof Dvor
Hier werde ich nochmal von zwei Grenzpolizisten kontrolliert. Der jüngere spricht gut deutsch und smalltalkt ein bisschen mit mir. Um 12 oder 13 Uhr gäbe es einen Bus nach Kostajnica. Die Dame am Kiosk wechselt gerne meinen 50€-Schein.
Die 3 h Wartezeit verbringe ich in einem Café, einem schönen kleinen Park und einem Bistro.
Um 12 kein Bus nach Kostajnica, um 13 Uhr auch nicht. Überhaupt nur ein einziger Bus, in den ich eine Person einsteigen sehe. Wäre ja auch zu schön gewesen. 13:10 also Plan B (oder C??): Wandern/Trampen. 18 km bis Volinja in 3 h wären evtl. zu schaffen, zur Not fährt 3h später auch noch ein Zug. Die ganze Zeit an der Landstraße entlang.
Richtig Lust darauf habe ich aber nicht. Außerdem wird es gerade etwas dunkler und Wind zieht auf. Also halte ich bei jedem Auto den Daumen raus und winke sogar etwas progressiv mit dem Cappy. Viele sind es nicht, max. 7. Im nächsten Ort hält ein Ford Kleinbus (9-Sitzer), der sich als Taxi herausstellt. Der Herr fragt gar nicht nach meinem Ziel, sondern nur nach meinem "Visum". Die Leute haben wohl wirklich unglaublich Angst als "Menschenschlepper" straffällig zu werden. Er will 30 € bis Kostajnica haben. Ich tue so, als ob ich nicht verstanden habe. Ich gebe Volinja an. "20 €". Ich handele ihn auf 10 € herunter. Völlig angemessen, wie sich dann herausstellt. Am Bahnhof von Volinja scheint eh seine Zentrale zu sein und das Taxi-Schild hatte er ja auch nicht auf dem Dach.
Noch knapp 2 h bis zur Abfahrt des Zuges. Wieder ein Bahnhof im nirgendwo. Zum Glück gibt es einen schönen Weg in den Wald, einen Bach entlang, dem ich gemütlich noch etwa 1,5 km folge. In Summe also auch 10 km gewandert heute. Am Bahnhof treffe ich nochmal den freundlichen Polizisten von heute morgen wieder. Die Bahnhofskatze freut sich, dass mal was los ist.
Zagreb gewinnt glaube ich den Preis für den schönsten "Bahnhofsvorplatz"!
Die Hostel-Suche gestaltet sich schwerer als gedacht. Ein kleines zentrales Hostel stellt sich entgegen der Angabe im Web als ausgebucht heraus. Versuch 2 öffnet niemand die Tür, auch bei den 3 verschiedenen Telefonnummer und per WhatsApp keine Reaktion (angeblich Rezeption bis 21 Uhr besetzt).
Ich gehe erstmal Abendessen, Menü in einem veganen Restaurant, mega lecker, meine Laune bessert sich erheblich. Währenddessen buche ich ein wohl erst kürzlich eröffnetes Hostel mit 4Bett-Zimmern 2,5 km außerhalb, eher in der Wohngegend. Dann kriege ich schließlich das Nextbike-Bikesharing in Gang. Mega! Jetzt bin ich mobil die restlichen 36 h in dieser doch recht großen und auf den ersten Blick sehr coolen Stadt.