Montag, 21.4.
Ich kann bei Cailiosa übernachten, die Tochter meiner Mitbewohnerin Lindy, die selbst auch seit ein paar Tagen in Sarajevo ist.
Gemütliches gemeinsames Frühstück, dann mit einem kleinen Linienbus Richtung Seilbahn zum Vidikovac -> Mist, die Seilbahn wird April Mo-Mi gewartet. Zu Fuß hoch (600hm) schaffen wir zeitlich nicht. Also zurück, diesmal Straßenbahn (Davon gibt es nur eine Linie, grob entlang des Flusses Miljacka von West nach Ost, so wie sich auch die ganze Stadt erstreckt.)
Neuer Plan: Lindys Mietwagen, ein moderner Renault Clio Automatik in schickem Orange.
Damit geht es auf einen Parkplatz auf etwa 1000 m Höhe. Leider fällt für Lindy und Cailiosa der Klettersteig ins Wasser, da unterwegs ein ordentlicher Schauer runterkommt -> Nass ist es zu gefährlich. Also nur Wandern. Für mich selbst hat Cailiosa eh kein Leih-Klettersteig-Set auftreiben können. Beim Wandern bleibt Petrus auf unserer Seite. Auf 1400 m Höhe gibt es eine urige kleine Berghütte, die zu essen leider nur eine Hühnersuppe da hat. Also nur Limo. 200 weitere Höhenmeter und wir haben den Hausberg von Sarajevo (Trebević) erreicht.
Auf dem Rückweg müssen wir zum Flughafen, Lindy muss den Clio dort heute abgeben. Der Flughafen hat keine Öffi-Anbindung!! Nach 20-30 min zu Fuß erreichen wir eine O-Bus-Station. Damit wäre das Verkehrsmittel-Quartett voll für heute :-D
Wir steigen einige Stationen zu früh aus, um in einem "teuren" aber sehr guten indischen Restaurant abend zu essen.
Dienstag, 22.4.
Cailiosa hat heute Vormittag Uni. Lindy und ich gehen auf eine "Free" Walking Tour und vorher noch auf einen bosnischen Kaffee und ein nussiges Gebäckstück in ein Altstadt-Café. Der Stadtführer begeistert uns sehr! Die Altstadt ist sehr klein aber wirklich niedlich.
Ort des Attentats auf Erzherzog Franz Ferdinand (links vor dem heutigen Museum)Wir treffen Cailiosa um 14:00 im Café Tito neben ihrer Uni wieder. Bald müssen wir zurück in die Wohnung - ich muss mein Gepäck noch holen.
16:28 geht mein Zug nach Maglaj. Auch zwei Talgo-Züge werden gerade bereitgestellt. Meiner ist zu meiner großen Freude "ein bisschen" was Älteres. 2,5 h Museumszug für 8 € :-D
Eine Plakette in den Wagen erzählt, das sie ein Geschenk von Schweden an Bosnien sind.
Die Strecke geht immer an der Bosna entlang, in die die Miljacka kurz hinter Sarajevo mündet. Die Bosna wiederum mündet an der serbischen Grenze in die Save, an der ich im November mit dem Optima-Express schon viele km entlanggefahren bin.
In Maglaj am gerade ziemlich ausgestorbenen Busbahnhof versuche ich herauszubekommen, ob/wann ein Bus nach Doboj fährt. Ich spreche auf Pol-bos/nisch eine Busfahrerin an, die gerade vom Schichtende kommt. Sie fragt extra bei ihrem Mann nochmal nach: Es scheint nur einen Bus am Tag um 8:30 zu geben.
Ansonsten ist Maglaj eine recht aufgeräumte lebhafte Kleinstadt, obwohl es nur 25.000 Einwohner hat. Schade, dass es schon dämmert und ich morgen so früh weg muss. Mein Hotel, das einzige, was ich gefunden hatte, hätte auch in Deutschland 4* verdient. Ich esse eine Dorade im Restaurant des Hotels (höchstwahrscheinlich aus kroatischer Aquakultur, aber richtig lecker). Forelle war leider ausverkauft.
Zimmer (bereits am nächsten Morgen)