Der Bahnbeamte winkt extra die Putzfrau heran, da sie ziemlich gut Englisch spricht. Eigentlich war für mich schon alles geklärt, aber super nett von ihnen, wie alle Leute hier. Das Bahnhofsklo ist aber definitiv nicht ihr Revier. Übel, übel.. Kennt ihr diese Szene aus dem Film Trainspotting? :-D Dagegen hängen in der Bahnhofshalle hochauflösende LED-Displays, wechselnd Bosnisch(oder Serbisch?) in kyrillischer Schrift und Englisch. Solche Gegensätze begegnen einem hier immer wieder.
In Banja Luka 2h Umstieg. Mit 180.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bosniens. Die Altstadt ist leider weit von den Bahnhöfen entfernt. Ich laufe zufällig über den Uni-Campus, der kurioserweise eingezäunt ist. Dahinter liegt ein moderner Park, noch etwas unfertig, und ein nobles riesen Einkaufszentrum, das mir etwas Infrastruktur bietet (WLAN, Toilette, leider keine Bäckerei, dafür ein Eis auf die Hand).
Die ZRS (Željeznice Republike Srpske) fährt mit DR-Abteilwagen, ab Doboj derer zwei, ab Banja Luka einer. Kindheitserinnerungen: Solche waren machmal in den 90ern in der RB Hannover-Soltau eingereiht. Nur das rote Kunstleder wurde durch braunes Textil ersetzt.
Was fällt noch auf in Bosnien:
- Außer in Sarajevo sprechen die Leute, bis auf wenige Ausnahmen, kein Englisch. Auch junge Leute nicht.
- Rauchen ist vollumfänglich gesellschaftlich toleriert. Es wird einfach überall geraucht. In allen Zügen (außer dem Talgo, aber vielleicht auch nur weil Mostar-Touri-Zug), die Bedienungen in Ess-Lokalen vor den Gästen, ...
- Apropos Bedienungen: Die sitzen mit irgendwelchen Gästen am Tisch "in Zivil" und treten erst wenn man ein Lokal betritt sofort in Erscheinung. Nach der ersten Bestellung ist man aber Luft für sie, und wie man sie für das Bezahlen oder eine weitere Bestellung auf angebrachte Weise nochmal herbittet bleibt ein Rätsel
- In etlichen Vorgärten habe ich Gänse-Figuren gesehen. Deren Bedeutung muss ich noch recherchieren
- Ein Mekka für Fans von 80er-Jahre VWs