Umstieg Oštarije
Aber zunächst zurück nach Lubljana - schon im Dunkeln eine Schönheit
Morgens erwartet mich leider Dauerregen. Ich lasse es mir trotzdem nicht nehmen noch bis zur Festung hoch zu steigen. Auch die Markthändler trotzen dem Regen. 8:40 geht es weiter nach Rijeka. Das heißt, praktisch fährt der Zug 22 min zu spät ab. Was letztes Jahr noch ein Wagenzug inkl. Lok-Wechsel an der kroatischen Grenze war, ist jetzt ein moderner Triebwagen. Das erklärt auch, warum es keinen Schlafzug-Kurswagen Stuttgart-Rijeka mehr gibt :-(
4 min Umstieg in Rijeka. Das Zugpersonal telefoniert extra für mich rum und der Zug nach Oštarije wartet 8 min auf mich. Alternativ wäre es der Nachtzug geworden, aber ich hatte mich schon gefreut, die Strecke bei Tageslicht zu fahren - besser so. Diese schraubt sich schnell auf 800 Höhenmeter hoch. Hier ein Blick auf die Insel Krk und Cres, dahinter Istrien (bei leider etwas dreckigem Zugfenster). Dort war ich überall mit Baumi letztes Ostern unterwegs.
Mit Überraschung stelle ich fest, dass Oštarije ein Bahnhof absolut im Nirgendwo ist. 2 h Aufenthalt. Zum Glück kann ich eine Station vorher in der Kleinstadt Ogulin aussteigen und die halbe Umstiegszeit dort verbringen. Hier gibt es eine Festung, eine Schlucht und eine Kirche mit schönem Park anzuschauen. Geschäfte haben trotz Karfreitag alle geöffnet.
Dieser Zug bringt mich gerade nach Split. 240 km (wobei meine App "Träwelling" Luftlinie von Halt zu Halt misst) in 6 h. Durchschnittstempo könnt ihr selbst ausrechnen. Diese Bahnfahrt erinnert mich am ehesten an Vietnam. Z. B. gibt es hier auch noch überall Bahnhofsvorsteher/innen. Obligatorisch auch eine alte sovietische Dampflok neben jedem Bahnhofsgebäude.
Ich bedauere es etwas nicht in die vielen grandiosen Landschaften zum Wandern eintauchen zu können und bin ehrlich gesagt auch froh morgen und übermorgen nur 2,5h in Verkehrsmitteln zu sein.