Donnerstag, 4.6.
Thessaloniki wäre von Ioannina am schnellsten direkt mit dem Bus zu erreichen, so viel ist klar. Die Hauptachse der griechischen Bahn, Athen-Thessaloniki, will aber noch zu Ende gefahren werden. Den kurzen Abschnitt Paleofarsalos-Larisa schenke ich mir. Zwischen Kalabaka und Paleofarsalos ist nach bald 2 Jahren übrigens immer noch SEV (Schienenersatzverkehr), jetzt auch online ersichtlich.
Der Larisa-Bus fährt erst 15:00. Heute regnet es in Ioannina den ganzen Mittag, mitunter heftig! Richtig geiles Timing mit unserer Wanderung gestern :-) Im Hostel ist trotzdem beste Laune, es geht familiär zu, es wird Karten gespielt und musiziert. Pünktlich um 14:00 hört der Regen auf. Wir gehen zu viert noch kurz essen: Mein gestriges Wandergrüppchen + ein Neuer, Österreicher - DACH komplett :-D - auch noch nicht erlebt.
In Larisa habe ich eine gute Stunde Aufenthalt. Praktisch, dass ich zwischen Busbahnhof und Bahnhof sowieso die ganze Innenstadt durchqueren muss. Blick auf den Olymp (den ich im Übrigen südlich umrunde)
In Thessaloniki bin ich in einem großen Mainstream-Hostel. Der Name "Zeuss is loose" und das konsequent umgesetzt Motto (Die Rooftop-Bar heißt Nectar-Distillery, in den Mails steht "Dear Mortal", ...) sind aber irgendwie schon lustig :-D
Freitag, 5.6.
Thessaloniki wirkt auf mich zunächst erfreulich untouristisch. Ein paar Touri-Ecken entdecke ich dann schon noch, aber es verläuft sich gut. Auffallend ist die 4km lange (ursprünglich sogar 8km) byzantinische Stadtmauer.
15:00 geht das Drama los, äh, mein Zug nach Drama los. Ab dort (19:50) bis Alexandroupoli leider SEV. Aber von 21:00 an wird es eh dunkel, und der griechische SEV ist durchaus nicht der schlechteste:
Kurzer Vergleich:
(Es ist nichts dazugedichtet, alles so erlebt!)
Deutschland:
- Es fahren Stadtbusse, die es noch nicht nach Albanien oder Montenegro geschafft haben :-D, egal, wie lang die Strecke ist.
- Der griechische Busfahrer weiß nicht, dass er einen SEV-Bus fährt und spricht weder Deutsch noch Englisch.
Griechenland:
- Es fahren komfortable gepflegte Reisebusse.
- Der griechische Busfahrer fährt für Hellenic Train (die griechische Bahn) und spricht Englisch.
Hinter Thessaloniki reihen sich übrigens kilometerlang! (ich übertreibe nicht!) auf dem Nachbargleis ausrangierte Wagen und Triebwagen aneinander. Teilweise schon so zusammengerostet, dass sie jetzt sicher auch keinen Schrottwert mehr hätten. Und ich dachte schon in Doboj, Bosnien, einen großen Zugfriedhof entdeckt zu haben. Was für ein trauriges Zeugnis, dass die griechische Bahn ihre besten Zeiten lange hinter sich hat. Hoffentlich geht es bald wieder aufwärts.