Montag, 1. Juni 2026

Shqipëria

So nennen die Albaner ihr Land selbst. Der internationale Name geht auf die Römer und später auf die byzantinische Administration zurück. Er leitet sich vom Namen eines illyrischen Stamms ab, der in der Antike in dieser Region lebte: den Albani.

Sonntag, 31.5.

Der Bus nach Tirana ist nicht der neuste, aber: Klima, Sicherheitsgurte, sogar Automatikschaltung. Sitze sind recht hart, Sitzabstand könnten größer sein, aber inkl. Grenze und Pause sind es eh nur 3,5h bis Tirana. Diesen Blick hat man, während man auf den Passstempel wartet (Skadar-See).

Neben mir sitzt eine Straßburgerin, die, von 1-tägigen Zwischenstopps in Zagreb und Dubrovnik abgesehen, die ganze Strecke Straßburg-Patras mit dem Bus durchreist! Das finde ich hart im Nehmen.

"Bis Tirana" ist übrigens relativ. Der Bus hält an einem Einkaufszentrum 6km südöstlich des Zentrums. Es wäre nicht so, dass er in südliche Richtung weiterfährt. Er endet dort. Ergibt total Sinn :-D Also direkt Tirana-Stadtbus-Erlebnis. Die halbe Ex-Deutsche-Busflotte fährt hier. Meist Gelenkbusse. Der Schaffner kassiert 1€ oder 40Lek=0,42€ ;-)

Tirana ist mit seinen 600.000 Menschen nach der fast besinnlichen 180.000-Leute-Hauptstadt Podgorica eine ziemliche Ungewöhnung. Schön grün, aber natürlich schrecklichster Autoverkehr. Immerhin, mindestens die Hälfte der Taxis ist elektrisch!

Im Hotel (Einzelzimmer war dringend mal nötig, meine soziale Batterie ist gerade leer) mache ich erstmal 1h ein Nickerchen. Schön, dass es um 18:00 noch eine Walking-Tour gibt! Die englischsprachige Gruppe ist kleiner als die italienische oder spanische, wir sind nur zu 5t + Guide, später kommen noch 2 dazu.

(Achtung, folgend alles Infos, die ich so vom Stadtführer mitbekommen habe.)

Diese Moschee ist bewusst unkonventionell und weltoffen gehalten. Wandbemalung von venezianischen Künstlern. 40% Muslime gibt es in Albanien, die anderen sind größtenteils orthodox oder römisch-katholisch. Es herrscht ein respektvolles Miteinander der Religionen. 90% der Leute praktizieren ihren Glauben aber sowieso nicht.

Auch ein Uhrturm, wie in Podgorica. Der wurde bei beiden Weltkriegen aufs Neue zerstört, ist also eigentlich ziemlich jung.Moderne römisch-orthodoxe Kirche, auf die heilige Mutter Maria geweiht. Gesponsert von den USA, warum auch immer..Die Balkons stellen die Landkarte Albaniens dar! Die Topographie ist entsprechend berücksichtigt und die Balkons sogar mit Region-typischem Grün bepflanzt! Entworfen allerdings von niederländischen Architekten.Diese Pyramide war eine Art "Mausoleum" des stalinistischen Diktators Enver Hoxha (1944-1985), damals staatlich verordneter Pflichtbesuch für alle albanischen Familien! Später Diskothek "Die Mumie" :-D und nun .. seht ihr ja.

Vegane/vegetarische Lokale gibt es 3 - alle sonntags zu. Dann eben Pizza auf die Hand für 150Lek, die kann ich vor der Kulisse des Sees im großen Stadtpark verzehren.

Montag, 1.6.

Der Bus nach Gjirokastër fährt wiederum vom "South and North Terminal" ganz im Westen! der Stadt. Das ergibt zumindest im Nachhinein Sinn, da der schnellste Weg Richtung Süden westlich Richtung Durrës, dem Hafen Albaniens, und dann auf die "Autobahn" (2-spurig, 90 km/h) führt. Am Busbahnhof stehen etwa 40! Busse, fast nur Marschrutkas (Kleinbusse), meine ist zum Glück schnell gefunden. Am Rand der "Autobahn" werden riesen Mengen Melonen verkauft. Wir fahren nur 25 km an Vlorë vorbei, wo ich 2024 einen wunderbaren Tag verbracht hatte.

Gjirokastër ist tatsächlich ein wundervolles Städtchen. Die Altstadt ist schon fast ein bisschen zu touristisch. Ich möchte nicht wissen, was hier zur Hauptsaison los ist - noch ist Vorsaison.

Das Friends Hostel liegt in einer ruhigen Ecke und müsste eigentlich Family & Friends Hostel heißen - Familienbetrieb. Abends kriegt jeder Gast ein Stück Geburtstagskuchen - einer der Söhne ist 15 geworden :-) Blick von der Terrasse auf die Burg

Eigentlich schade, dass ich nicht noch etwas länger hier verweilen kann - der einzige Bus nach Ioannina, Griechenland, geht 06:00.

Allerdings habe ich den Nachmittag und Abend gut genutzt. Die Burg ist etwas enttäuschend (das Gegenteil von Stari Bar: Kein gescheiter Rundgang, überall Sackgassen, ungepflegte Ecken). Blick zurück aufs Hostel

Umso schöner die Schlucht um die Ali Pasha Brücke....und diese versteckte katholische Kirche - zufällig entdeckt.