Sonntag, 28. Juni 2026

Mystische Kirchen in zwei- und vierbeiniger Begleitung

Heute bin ich nochmal mit Lusine verabredet. Wir treffen uns in Garni, südöstlich von Yerevan. Für sie ist es viel kürzer, nicht erst nördlich nach Yerevan zu fahren, sondern östlich, quer rüber. Ein Türke, der beruflich in Armenien ist, bestätigt mir, dass der Bus nach Garni auch hier, gleich vor "meiner" Haustür hält. Die Fahrt dauert nur 30 min.
Ja, ein römischer Tempel! Daneben gab es auch mal eine apostolische Kirche, aber in der sovietischen Zeit hat man nur in den Erhalt des Tempels investiert. Außerdem gibt es die gut erhaltenen Ruinen eines römisches Thermalbades (ich muss an Xanten denken) und dieses beeindruckende bald 2000 Jahre alte Mosaik.
Symphonie der Steine werden diese verrückten Felsformationenen genannt.
Mein Mapy sagt, man kann durch ein Naturschutzgebiet über die Hänge südlich der Schlucht bis nach Geghard wandern, wo es auch ein berühmtes Kloster gibt. Der Aufstieg ist steil und mühsam. Ich werde plötzlich durch ein Geräusch hinter mir erschreckt. Es ist nur dieser freundliche Vierbeiner, der uns fortan viele km begleitet.
Oh Wunder, Hike Armenia und Lusines Mutter hatten Recht und man kann nicht bis nach Geghard wandern: Nachdem wir uns das dritte oder vierte Mal durch ein Gebüsch schlagen, drehen wir lieber um. Lusine war das vor allem wegen der Armenischen Viper unheimlich - deren Biss kann einen mehere Tage ins Krankenhaus bringen. Die Bauern tragen zu bestimmten Zeiten Gummistiefel zum Schutz davor.
Zum Glück ist Lusine mir nicht böse. Wir nutzen die Chance, um noch die Ruine einer alleinstehenden Kirche zu besichtigen, die wir vorhin links liegen lassen haben. Mein absoluter Lieblingsplatz bisher.
Zurück in Garni dann also mit der B-Klasse nach Geghard. Es dämmert schon. Das macht den Ort einmal mehr mystisch. Die halb in den Fels gehauenen Kirchensäale haben eine einfach unglaubliche Stimmung. Die Akustik ist so, dass man sich aus 2 m Entfernung flüsternd immer noch versteht - verrückt.Der letzte Bus mach Yerevan ist längst weg. Zum zweiten Mal nimmt Lusine den langen Umweg für mich in Kauf. Lieben Dank <3