Sonntag, 31. Mai 2026

Am Fuß des Hügels

Freitag, 29.5.26

.. nichts anders bedeutet Podgorica, der Name der Hauptstadt Montenegros. Hier fahre ich aber mit dem Nachtzug zunächst durch. Die Bahnlinie will schließlich noch bis Bar zu Ende gefahren werden. #Fensterauf :-) Die faszinierende Landschaft Montenegros zieht in der Morgenstimmung vorbei, einfach toll!

Mit 1h Verspätung, um 8 Uhr, erreichen wir Bar. Gott, sind der Bahnhof und die Bahnhofsgegend abgef*ckt. Bloß weg hier. Es soll einen Bus nach Stari Bar geben (die Altstadt Bars). In einem Reiseführer las ich stündlich. Tatsächlich fährt der Mediteran Express :-D sogar viertelstündlich, ein(e) Schaffner*in verkauft Tickets für 1€. Die Busse, natürlich alle 2nd Hand aus Deutschland oder auch mal aus der italienischen Schweiz, sind komplett mit Werbung foliert. Doof zum Rausschauen, aber wohl sinnvoll als zusätzlicher Hitzeschutz. In Stari Bar endlich ein wunderbarer Platz für ein Frühstück, frittierter Hefeteig (aus Kirgistan kenne ich das als Boorsok :-D), Marmelade und Feta dazu.Die eigentliche Altstadt ist verfallen und lässt sich für 5€ besichtigen. Ich hatte keinerlei Erwartungen und bin sehr begeistert: Es gibt einen Rundweg, einfach in jede Ecke komm man und auf jede Treppe hoch. Die Gebäude(reste) sind aus verschiedensten Jahrhunderten. Auch ein kleines gepflegtes Museum gibt es.Der Mediteran Express fährt in die andere Richtung bis Sutomore, dem Strand von Bar. Wie praktisch, dann muss ich nicht nochmal an dem abgef*ckten Bahnhof warten. Allerdings hat mein Bus offenbar gerade beim Wenden eine Mauer mitgenommen. Die hintere Tür ist schrott und öffnet nicht mehr. Es wird kurz rumtelefoniert - außer Betrieb genommen wird der Bus natürlich nicht - eine Tür muss reichen :-D Voll und stickig - die Klima arbeitet so lala. Ich steige einen Ort vor Sutomore aus und laufe den gut 1km langen Strand entlang. An einem Strandabschnitt spricht mich ein Herr, Kumpel von dem Liegen-Vermieter, auf Deutsch an. Er hat 45 Jahre in Frankfurt gearbeitet und ist als Rentner zurückgekehrt. 5€ für 1h Liege sind Ok. Mein gesamtes Gepäck, das ich ja dabei habe, ist damit halbwegs bewacht. Ich kann also entspannt in der Adria schwimmen! Das tut gut :-) Der Regionalzug fährt nur 50 min "zurück" nach Podgorica. Das war leider mein letzter Zug für einige Tage. Weiter geht es hoffentlich ab Larissa, Griechenland. In Albanien gibt es nur 3 Bahnlinien und die sind alle "under maintenance". Was für ein trauriges Land :.-(

Hostel Q ist wieder eines etwas außerhalb und mit Garten. Alle 10-20 min fährt ein Bus die 3km bis fast vor die Haustür. Endlich Duschen und die gesamte Wäsche Waschen.

Zum Abendessen begebe ich mich nochmal in die Innenstadt. Ich hatte wahllos ein indisches Restaurant herausgepickt. Ups! Das ist tatsächlich ein 5*-Lokal :-D Naja, ich lande trotzdem bei 20€ inkl. Trinkgeld :-)

Samstag, 30.5.26

Anne aus dem Zug Szeged-Subotica hat tatsächlich zufällig das gleiche Hostel gebucht. In der Nacht ist auch ihr Reisepartner Fabian eingetroffen. Wir frühstücken in einem Lokal mit großer Terrasse am Flüsschen Ribnica, durch die wir dann auch noch 100m waten - einfach zu einladend!

Wie praktisch, dass Anne schon einen Tag länger in Podgorica ist und sogar eine Walking-Tour mitgemacht hat.

Mündung der Ribnica in die MoračaGrößte orthodoxe Kirche Montenegros, gebaut erst 1993-2013

Erstmal mit dem Bus zurück zum Hostel. Anne & Fabian haben einen Mietwagen. Mit dem geht es weiter, 6 km zu den "Niagara Falls" von Montenegro. Der letzte Bus zurück fährt 16:30, dass schaffe ich nicht mehr. Sie haben schon ihr gesamtes Gepäck dabei und müssen eigentlich in eine andere Richtung, machen aber mir zu Liebe noch einen Umweg bis an den Stadtrand.

Was für ein toller entspannter Podgorica-Tag! Anne verdient 5* bei GetYourGuide ;-)

Was fehlt? Der Gorica muss natürlich noch "bestiegen" werden. Das lässt sich gut mit einer kleinen abendlichen Laufrunde verbinden. Nach einer Brotzeit im Hostel jogge ich los, 6,5km/140hm. Die Dämmerung ist schon etwas fortgeschrittenen. Leider gibt es keinen Aussichtspunkt (der ganze Hügel, ein Naherholungsgebiet, ist bewaldet), oder ich finde ihn einfach nicht.

Donnerstag, 28. Mai 2026

BB in BB - Tara Nationalpark

(weiter) Montag, 25.5.
Bajina Bašta heißt die Kleinstadt am Fuße des Tara Nationalparks. Autokennzeichen: BB. Meine Initialen ziehen sich durch den ganzen Ort <3 Von Uzice waren es noch 1h20min mit dem Bus - Busunternehmen "Raketa AB"- geht ab wie ne Rakete ;-)
In BB habe ich das Magic River Hostel gebucht. Hostelvater Milan, seit wenigen Jahren verwitwet, steckt seine ganze Liebe in dieses Haus und den Garten. Leider spricht er kein Englisch, alles läuft über Translate. Doof nur, wenn man keine mobilen Daten hat. Aber irgendwie kommt man miteinander aus :-)
Wahrzeichen von BB im Fluss Drina. Der ist die natürliche Grenze Serbien-Bosnien.

Dienstag, 26.5.
Milan hatte mir nachts noch eine Nachricht geschrieben: Gegen Spritgeld fährt er mich hoch (850hm!) nach Mitrovac, dem Dorf zentral im Nationalpark. Er besucht dort einen Freund, ich kann derweil 7km (eine Richtung) zum Aussichtspunkt Banjska Stena wandern, dem wohl populärsten im Nationalpark. Unten die Drina-Schlucht mit Stausee. Das Wasserkraftwerk, 1963 gebaut, ist das größte Serbiens. Bis dahin gab es, auch noch nach dem zweiten Weltkrieg, rege Flößerei hier auf der Drina.
Inzwischen sind 3 weitere Gäste (damit jetzt 5) im Hostel angekommen, darunter Sophia aus Leipzig, die mir von Milan schon angekündigt wurde - mit dem Hintergedanken, dass wir morgen zu dritt eine Tara-Tour machen. Sophia ist einverstanden. Mich haben die 14km (quasi flach) heute noch nicht ausgelastet und ich mache eine ca. 8km/200hm Abend-Joggingrunde in das ländliche Umland von BB. Hier ist alles altmodisch (kleinbäuerliche Landwirtschaft, wenig Technik), aber extrem hübsch und aufgeräumt.

Mittwoch, 27.6.
Milan hat heute einige schöne Plätze und Aussichtspunkte für uns auf der Liste. Einziger Minuspunkt: Wir sitzen die meiste Zeit im Auto, das Gehen beschränkt sich auf vielleicht 4km. Riesen Zufall: Mitten im Wald bei Mitrovac läuft uns Sevilay in die Arme! Sie ist eine türkische Trailrunnerin und hat sich per Anhalter hier hin bringen lassen, um eine 10km-Runde zu drehen. Auch Milan freut sich über die Verstärkung "Hostel Team complete" :-)So sieht der See unten aus
Das ist nicht irgendein Lost Place: Hier hat Milan einst viele Jahre an der Rezeption gearbeitet. Muss bedrückend für ihn sein. Auf jeden Fall ist er ein Tourismus-Experte. Die Anonymität eines normalen Hotels hatte er satt.

Nachmittags erkunden Sophia und ich noch die "Innenstadt", dann Chillen im Garten.Für das Abendessen gehen wir nochmal in die Innenstadt. Mit Vegetarisch ist es in Serbien besser als in Bosnien oder Kroatien.

Donnerstag, 28.5.
Lange nicht mehr Zug gefahren :-D Dieses Knäuel war mir natürlich sofort ins Auge gefallen, und es fährt dort tatsächlich seit 2003 ein Museumszug.Der passende Name: Šargan Eight. Dumm nur, dass es keinen Bus von BB zum Ausgangsort Mokra Gora gibt. Da muss wohl mal ein Taxi herhalten. 60€ für 4x 36km, die der Typ für mich durch die Berge gurken muss, finde ich Ok. Die netten Damen von der Touri-Info BB haben alles organisiert für mich. 

Natürlich belasse ich es nicht bei der Zugfahrt, sondern habe noch genug Zeit für eine Wanderung eingeplant: 10,5km, 400hm, teils über die Bahnstrecke und an deren "Waldbahnhöfen" vorbei bis zu einem Turm. In früheren Jahren wohl mal ein Aussichtsturm, inzwischen leider nur noch Handymast - damit die Instas aus dem Zug auch live gesendet werden können :-D Der Zug ist übrigens ausgebucht, andere Menschen auf den Wanderwegen: 1 :-DGuter Unterschlupf bei einem Regenschauer, den es gab.
Am Hostel habe ich noch 2 h Zeit für Chillen und Abendessen bevor es mit der Raketa wieder nach Uzice geht, hier noch ein zweites Abendessen am Ufer der Djetinja - um 23:00 auf zum Nachtzug.

Montag, 25. Mai 2026

Gödöllö und die Hauptstadt Serbiens

Samstag, 23.5.

Was bitte ist Gödöllö? Eine Kleinstadt mit gut 30.000 Einwohnenden, 25 km nordöstlich von Budapest. Ein guter Freund hat hier etliche Bekannte. Die Mutter von Rafa, einem davon, lässt mich bei sich übernachten - vielen lieben Dank! <3

Die Transportvariante nach Gödöllö ist ein echtes Highlight für mich. Stromspannung: 1100 V, das hatte mich auf openrailwaymap stutzig gemacht - muss etwas Besonderes sein. Tatsächlich sind die Triebwagen Baujahr 1976, Kombinat VEB Lokomotivbau, Hennigsdorf, wie eine Plakette verrät.

In Gödöllö gibt es ein Barockschloss, angeblich eines der größten Ungarns. Wenn man Schwetzingen und Mannheim kennt, denkt man sich: Groß ist etwas anderes. Aber schön, dass es aufwändig restauriert wird, Schlosspark obendrein. Erst später, als ich zum länger Verweilen den Elisabeth-Stadtwald aufsuche, verstehe ich den Hype um das Schloss: 1867-1916 genutzt von Franz Joseph I. und Königin Elisabeth ("Sisi").

20:15 treffe ich auf Maria, die Mutter von Rafa. Dann: Die große Überraschung: Es war eigentlich klar, das Rafa und ich uns verpassen werden, und er erst in mehreren Tagen aus Mannheim nach Gödöllö kommt. Und zwar nicht nur zu Besuch: Er zieht gerade zurück nach Ungarn. Das Schicksal wollte es, dass er den Umzug vorziehen musste - auf heute! Außerdem sind sein Bruder Gabor und er mit dem Transporter erstaunlich gut durchgekommen (heute morgen um 07:00 in Mannheim gestartet!), so dass die beiden es schaffen, genau zum Abendessen im Restaurant zu sein. Was für ein grandioses unverhofftes Wiedersehen!

Sonntag, 24.5.

Die Neubaustrecke Budapest-Belgrad ist noch im Bau und bisher nur auf der serbischen Seite eröffnet. Deswegen fährt man einen Umweg über Szeged und dann mit einem Dieselzug (unter Fahrdraht, der offenbar auch noch nicht funktioniert) nach Subotica (Serbien). Auf diesem Abschnitt beim Grenzhalt (40 min, das Personal kommt in den Zug) lerne ich Anne aus Wiesbaden kennen. Sie bleibt mehrere Tage in Belgrad, will dann aber auch weiter nach Montenegro. Mal schauen, ob es dort mit einem Wiedersehen klappt.

Im "Hochgeschwindigkeitszug" ab Subotica (Alter, das ist ein Stadler FLIRT, in Hannover die S-Bahn! - vmax = 160 km/h) sitzt eine gesprächige reiseverrückte Kanadierin neben mir, die gestern Abend mit einem Nachtzug in Bukarest gestartet ist und mir schon Tipps für meine "Rückreise" geben kann.

In Belgrad haben sie den alten Kopfbahnhof in Zentrumsnähe, an der Save, mit einem riesen Gleisfeld, abgerissen und ein gigantisches Neubaugebiet daraus gemacht. In Heidelberg heißt das ja Bahnstadt, hier Belgrade Waterfront :-D Hatte ich gesagt, Bratislava Downtown ist beeindruckend? Das hier ist eher ein Billionen- statt Millardengrab!

Der neue Hbf, keine Ahnung, warum sie ihn Center genannt haben, liegt am A*sch der Welt. O-Bus 200 m, Tram 900 m, Ausschilderungen: Fehlanzeige! Vielleicht gibt es eine Öffi-App, aber auf derlei Aufwand habe ich bei nur einer Nacht Aufenthalt keine Lust. Ich bevorzuge ja immer Straßenbahn, nicht nur, weil sie auf Schienen fährt, sondern auch, weil meist relativ klar ist, wie die Linien verlaufen. Ich frage eine junge Dame, wie das mit dem Ticket läuft (auch dazu absolut keine Informationen oder Vorrichtungen ersichtlich): "90% don't have a ticket. I didn't say that" :-D Also gut. Die Straßenbahn nimmt mir eh nur gut 1 km ab, da dann wegen fortwährendem Ausbau von Belgrade Waterfront die Strecke gesperrt ist und sie in die falsche Richtung abbiegt.

HostelChe ist ein tolles familiäres Hotels mit nur 3 Schlafräumen, keine Doppelstock-Betten. Nach dem Einchecken, auf der Suche nach einem Lokal, das ein Bier und was Vegetarisches anbieten könnte, erkunde ich schon mal Belgrad bei Nacht.

Montag, 25.5.

Belgrad im Hellen

Der Blick auf den Zusammenschluss von Save und Donau ist für mich schon irgendwie ein ehrfürchtiger Moment. Beides Flüsse, an denen ich schon so viele km entlangreist bin!

Der Mittags-Zug nach Uzice ist leider auch ein moderner Stadler-FLIRT. Immerhin hat sich die "Investition" in 1. Klasse gelohnt - so viel Beinfreiheit hatte man ja höchstens in der 1. Klasse des Ur-ICE.

Samstag, 23. Mai 2026

Bike- und Backpackers Paradies in der Donauperle

(weiter) Donnerstag, 21.5.
Ich habe mich in Budapest für eine Unterkunft recht außerhalb entschieden: Das Garden Hostel liegt etwa 15 Gehminuten hinter dem Bahnhof Kelenföld, quasi dem Hbf westlich der Donau (die Buda-Seite).
Ist das mein Hostel? Ja!

Schon bei der Ankunft treffe ich Moritz+Smilla, Radreisende aus der Schweiz. Sie sind mit Tandem (+ Anhänger)! unterwegs, waren in der westlichen Türkei (Adriaküste hin, Schwarzmeerküste zurück) und sind nun auf dem Rückweg. Auch im Hostel: Jannes, ein anderer Bikepacker, aus Dresden. Die Wege der 3 haben sich vor vielen Wochen schon irgendwo gekreuzt, nun das große Wiedersehen. 
Bei Jannes Rad ist der Freilauf der hinteren Nabe kaputt. Irgendwie muss es ja zur Werkstatt kommen. Diese grandiose Transportlösung scheint erstaunlich gut zu klappen <3

Ich starte erstmal meine erste Buda-Runde. Ich war zuletzt Januar 2004! hier. Damals schwammen Eisschollen auf der Donau! Schade, dass ich das Foto von damals nicht zur Hand habe.

Später sind wir zu viert auf der Partymeile verabredet: Das Szimpla Kert ist eindeutig der Bierkönig von Budapest! Ja, ich war 2005-2009 regelmäßiger Ballermann-Tourist. Das nur am Rande.. Unglaublich großer Laden, einen unüberdachten Bereich, ruhigere Ecken, Dancefloor, etliche Theken. Jede hat ein etwas anderes Angebot, der Fokus liegt weniger auf Bier. Aber Hauptsache es dreht :-D Komplett anders als auf Malle sind lediglich das Interieur (durchaus cool!) und natürlich die Musik. Wir platzieren uns in einer "ruhigeren" Ecke. Smilla hat Würfel dabei. Wie spielen Erben. Zwei Franzosen sind dabei mit von der Partie.
Anschließend geht es noch für ein Stündchen in eine Karaoke-Bar. Dort sind nur so 30, später 10 Leute. Ein wilder Mix aus schweizerischen!, deutschen, holländischen und italienischen Schlagern. Alle versuchen zumindest die Refrains mitzugrölen. :-D

Freitag, 22.5.
Mein Tag startet spät (11 Uhr), dafür nach so einer Partynacht relativ ausgeschlafen und mit einem tollen Brunch mit der Fahrrad-Gang, im Garten, der übrigens so aussieht:
Ich starte nochmal eine Tour Richtung Stadt. Meine angepeilte Straßenbahn fällt aus. Ich warte ja nicht gerne, daher nehme ich spontan eine ganz andere Linie und starte am Park Városliget (Stadtwäldchen). Oh, auch hier war ich offenbar schon mal 2004. Ich kürze ein paar km mit dem O-Bus ab, denn mein eigentliches Ziel ist die große Donauinsel Margetsziget. Also viele km Gehen, meistens im Grünen, aber auch viele Pausen auf so einigen Bänken.
Zuletzt ist noch das Burgviertel dran.
.oO "Der Weihnachtsmarkt hat schon geöffnet?!" :-D

20:30 bin ich zurück in Kelenföld, gerade rechtzeitig für einen Einkauf: Moritz & Co. haben das Lagerfeuer und einen Grill angeworfen. Marina (UK), Victor (Nigeria), die im Moment Volunteers im Hostel sind, und Jannik aus Warschau, Motorrad-Reisender, sind auch dabei. Jannik fährt heute (Samstag) gerade nonstop zurück nach Warschau. Und da soll mal einer sagen, ich habe eine Macke mit meinen 8+ h im Zug :-D

Donnerstag, 21. Mai 2026

Urquell des Pils und moderne Slowakei

Dienstag, 19.5.

Pilsen ist erstaunlich untouristisch. Es gibt kein Hostel und auch nicht unendlich viele Hotels.

Der große Marktplatz wird gerade renoviert und ist zu 2/3 gesperrt.

Das muss hier natürlich sein. Kostenpunkt 2,25€. Die Brauerei hat einen schönen Außenbereich. (Erst!) 1842 wurde von einem bayrischen Braumeister hier ein neues Bier gebraut, das eine Abwandlung eines Hellen darstellte.

Weiter ist noch Zeit für einen Spaziergang bei schöner Abendstimmung an den Flüssen Radbuza und Mze, die hier zusammenfließen.

Mittwoch, 20.5.

Bei der tschechischen Bahn wird zum Glück noch 15 min auf Anschlusszüge gewartet. In Okrisky hätte ich sonst 2 h festgehangen. In Znojmo habe ich genug Puffer, der Umstieg reicht aber auch nur zum kurz die Beine Vertreten. Umso besser, dass sich nach 8 h! Zug in Wien ein Spaziergang anbietet: Zwei Stationen vor dem Hbf Aussteigen (so fanatisch bin ich beim Steckensammeln dann doch nicht) und 1,5 km durch den Botanischen Garten und am oberen Belvedere vorbei.

In Bratislava lasse ich nach dem Abendessen die Altstadt rechts liegen und begebe mich in ein Stadtviertel, das auf meiner Karte "Bratislava Downtown" heißt. Schon vom Grundriss sieht es nach moderner Architektur aus. Tatsächlich ist es riesig, teilweise wird noch gebaut. Hier scheinen Millarden zu fließen. Ein todschickes Einkaufszentrum ist auch dabei, allerdings mit "normalen" Läden.

Diese Brücke ist tatsächlich nur für Straßenbahnen und Rad-/Fußverkehr geöffnet. Fortschrittlich! Das sollte man mal in Mannheim mit einer der Neckarbrücken oder besser einer der beiden Rheinbrücken machen. Partei der Autofahrer gefällt das nicht! :-D

Donnerstag, 21.5.

Heute morgen ist die Altstadt dran. Zum Schloss kommt man zwar hoch, aber nicht wirklich nah dran/rein. Alles ist von Polizei und Securitys abgesperrt. Es werden gerade offenbar wichtige Leute mit ihren gepanzerten Audi A8 und 7er BMW hochkutschiert.

Ich gehe nicht nochmal ans Donau-Ufer und bin somit mit der Altstadt recht schnell durch. Ich buche den Zug nach Budapest um 12:05. Er braucht nur 2,5 h, auch mal angenehm.

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Falls ihr schon immer wissen wolltet, wie so eine Bernie-Routenplanung läuft:

Der direkte Weg nach Budapest wäre über Wien. Da war ich bereits, zuletzt 2024. Also erster Stop stattdessen: Bratislava. Ist sowieso schon länger auf meiner Liste. Wie praktisch, dass man von dort eine andere Bahnstrecke nach Budapest nimmt als die von Wien, welche ich schon kenne.

Nach Wien und Bratislava käme man direkt über München und dann Salzburg-Linz (Westbahn). Die bin schon mehrere Male gefahren. Dann lieber weiter nördlich, über Pilsen, auch wenn das eine zusätzliche Übernachtung erfordert. Dafür kann ich in Deutschland die Donaustrecke Ulm-Regensburg mitnehmen, von der mir noch einiges fehlt. Auf der direkten Strecke von Pilsen nach Bratislava gibt es einen langen Schienenersatzverkehr. Geht ja gar nicht! Nach einem Blick auf meine Schienenkarten und Eingabe von 2 Zwischenhalten spuckt der DB Navigator eine Verbindung über Jihlava, Znojmo, Wien aus. Nicht der direkteste Weg :-D Aber auch gut, dass es nicht über Brno-Breclav geht, denn auch dort bin ich schon mal gefahren.

Budapest-Belgrad ist sowieso Neuland (der Optima-Express fährt ja über Zagreb-Ljubljana) und stand schon immer hoch bei mir im Kurs. Hinter Belgrad geht es natürlich nicht auf der Route des Optima-Express weiter, sondern über Montenegro - das soll grandios sein, genau wie die Bahnstrecke von Belgrad dorthin.