Freitag, 29.5.26
.. nichts anders bedeutet Podgorica, der Name der Hauptstadt Montenegros. Hier fahre ich aber mit dem Nachtzug zunächst durch. Die Bahnlinie will schließlich noch bis Bar zu Ende gefahren werden. #Fensterauf :-) Die faszinierende Landschaft Montenegros zieht in der Morgenstimmung vorbei, einfach toll!
Mit 1h Verspätung, um 8 Uhr, erreichen wir Bar. Gott, sind der Bahnhof und die Bahnhofsgegend abgef*ckt. Bloß weg hier. Es soll einen Bus nach Stari Bar geben (die Altstadt Bars). In einem Reiseführer las ich stündlich. Tatsächlich fährt der Mediteran Express :-D sogar viertelstündlich, ein(e) Schaffner*in verkauft Tickets für 1€. Die Busse, natürlich alle 2nd Hand aus Deutschland oder auch mal aus der italienischen Schweiz, sind komplett mit Werbung foliert. Doof zum Rausschauen, aber wohl sinnvoll als zusätzlicher Hitzeschutz. In Stari Bar endlich ein wunderbarer Platz für ein Frühstück, frittierter Hefeteig (aus Kirgistan kenne ich das als Boorsok :-D), Marmelade und Feta dazu.Die eigentliche Altstadt ist verfallen und lässt sich für 5€ besichtigen. Ich hatte keinerlei Erwartungen und bin sehr begeistert: Es gibt einen Rundweg, einfach in jede Ecke komm man und auf jede Treppe hoch. Die Gebäude(reste) sind aus verschiedensten Jahrhunderten. Auch ein kleines gepflegtes Museum gibt es.Der Mediteran Express fährt in die andere Richtung bis Sutomore, dem Strand von Bar. Wie praktisch, dann muss ich nicht nochmal an dem abgef*ckten Bahnhof warten. Allerdings hat mein Bus offenbar gerade beim Wenden eine Mauer mitgenommen. Die hintere Tür ist schrott und öffnet nicht mehr. Es wird kurz rumtelefoniert - außer Betrieb genommen wird der Bus natürlich nicht - eine Tür muss reichen :-D Voll und stickig - die Klima arbeitet so lala. Ich steige einen Ort vor Sutomore aus und laufe den gut 1km langen Strand entlang. An einem Strandabschnitt spricht mich ein Herr, Kumpel von dem Liegen-Vermieter, auf Deutsch an. Er hat 45 Jahre in Frankfurt gearbeitet und ist als Rentner zurückgekehrt. 5€ für 1h Liege sind Ok. Mein gesamtes Gepäck, das ich ja dabei habe, ist damit halbwegs bewacht. Ich kann also entspannt in der Adria schwimmen! Das tut gut :-) Der Regionalzug fährt nur 50 min "zurück" nach Podgorica. Das war leider mein letzter Zug für einige Tage. Weiter geht es hoffentlich ab Larissa, Griechenland. In Albanien gibt es nur 3 Bahnlinien und die sind alle "under maintenance". Was für ein trauriges Land :.-(Hostel Q ist wieder eines etwas außerhalb und mit Garten. Alle 10-20 min fährt ein Bus die 3km bis fast vor die Haustür. Endlich Duschen und die gesamte Wäsche Waschen.
Zum Abendessen begebe ich mich nochmal in die Innenstadt. Ich hatte wahllos ein indisches Restaurant herausgepickt. Ups! Das ist tatsächlich ein 5*-Lokal :-D Naja, ich lande trotzdem bei 20€ inkl. Trinkgeld :-)
Samstag, 30.5.26
Anne aus dem Zug Szeged-Subotica hat tatsächlich zufällig das gleiche Hostel gebucht. In der Nacht ist auch ihr Reisepartner Fabian eingetroffen. Wir frühstücken in einem Lokal mit großer Terrasse am Flüsschen Ribnica, durch die wir dann auch noch 100m waten - einfach zu einladend!
Wie praktisch, dass Anne schon einen Tag länger in Podgorica ist und sogar eine Walking-Tour mitgemacht hat.
Mündung der Ribnica in die MoračaGrößte orthodoxe Kirche Montenegros, gebaut erst 1993-2013Erstmal mit dem Bus zurück zum Hostel. Anne & Fabian haben einen Mietwagen. Mit dem geht es weiter, 6 km zu den "Niagara Falls" von Montenegro. Der letzte Bus zurück fährt 16:30, dass schaffe ich nicht mehr. Sie haben schon ihr gesamtes Gepäck dabei und müssen eigentlich in eine andere Richtung, machen aber mir zu Liebe noch einen Umweg bis an den Stadtrand.
Was fehlt? Der Gorica muss natürlich noch "bestiegen" werden. Das lässt sich gut mit einer kleinen abendlichen Laufrunde verbinden. Nach einer Brotzeit im Hostel jogge ich los, 6,5km/140hm. Die Dämmerung ist schon etwas fortgeschrittenen. Leider gibt es keinen Aussichtspunkt (der ganze Hügel, ein Naherholungsgebiet, ist bewaldet), oder ich finde ihn einfach nicht.