Baumi und ich starteten dagegen schon um 7 Uhr die Weiterreise. Nach einem Umstieg in einem nördlichen Vorort von Bristol rollten wir in Cardiff ein – Hauptstadt von Wales und offenbar auch Hauptstadt der zweisprachigen Schilder. Überall steht alles auf Englisch und Walisisch. Letzteres klingt, wenn man es in den Zugdurchsagen hört, ein bisschen so, als würde Gandalf gerade einen Zauberspruch murmeln.
Stonehenge - wir waren doch noch dort ;-)Nach weiteren 2,5 Stunden Fahrt quer durch Südwales erreichten wir Fishguard – direkt am Fährterminal. Fußgängerstege? Luxus! Stattdessen brachte uns ein Bus in einer dramatischen 200-Meter-Aktion (inklusive „einmal ums Eck“) direkt in den Bauch der Fähre.
Unser Schiff, die Stena Nordica, war… sagen wir mal: charaktervoll. Die italienisch-albanische Fähre Brindisi–Vlore hatte schon ihren ganz eigenen Shabby-Chic, aber die Nordica steht ihr in nichts nach. Mit 25 Jahren zwar jünger, aber ebenso ausdrucksstark im Bereich „Industrie-Patina“. Das Außendeck am Heck? Von einem Dieselgewitter so beschallt, dass selbst Heavy-Metal-Fans aufgeben würden. Also wichen wir auf ein seitliches Deck aus – dreckig, windig, aber immerhin kam die Sonne raus. :-)
Drinnen warteten klebrige Polstersessel (gefühlt aus Kunstleder) und das große Rätsel: Warum hat man diesem Schiff grüne Streifen verpasst und „Connecting Europe for a Sustainable Future“ draufgeschrieben? Vielleicht, um die Leute von den Sitzen abzulenken.
Beim Ablegen versprach der Kapitän eine pünktliche Ankunft in Rosslare. Das wäre wichtig gewesen – 25 Minuten bis zum letzten Zug nach Dublin. Leider kam die Fähre 20 Minuten zu spät. Fußpassagiere – die niedere Kaste – durften natürlich zuletzt raus. Wieder diese Bus-Nummer, diesmal über einen Kilometer, Passkontrolle inklusive… und dann setzte er uns Luftlinie 200 Meter von der Fähre ab. Zug weg.Plan B: Linienbus 20 Kilometer nach Wexford. Von dort ging es erst drei Stunden später weiter. Zum Glück hatten wir schon entschieden, unsere erste Irland-Nacht in Greystones südlich von Dublin zu verbringen – Großstadt-Marathon muss ja nicht gleich am ersten Abend sein.
In Wexford entdeckten wir diese Harfe im Hafen und gleich drei indische Restaurants. Wir nahmen das direkt gegenüber vom Bahnhof. Indisch-Mittwoch – manchmal meint es das Schicksal einfach gut.