Montag, 11. November 2024

Pamukkale mit Sevgi und Familie

Sonntag

Um 7 Uhr sitze ich schon im Zug nach Denizli (5h). Denizli liegt genau zwischen Izmir und Antalya und ist der südöstlichte Punkt meiner Reise.

Im Zug ist es warm und schlechte Luft, aber sonst ist die Zugfahrt entspannt. Ich habe ein bisschen Smalltalk mit einem Herren auf Deutsch ("ich habe mal in Antalya im Tourismus gearbeitet").

In Denizli holen mich Sevgi und Osman, ihr Vater, vom Bahnhof ab. Sevgi habe ich auf ihrer Deutschland-Reise während ihrer Erasmus-Zeit kennengelernt.

Zu Hause begrüßen mich noch die Mutter Müzeyyen und (jüngere) Schwester Ebru und es gibt ein reichhaltiges spätes Frühstück.

Osman fährt uns anschließend zu den Kalksteinterrassen (Tavertenleri) von Pamukkale. Pamukkale ist der Name der ganzen Region und bedeutet Baumwoll-Schloss. Tatsächlich habe ich schon Baumwollfelder vom Zug aus gesehen. 

Zunächst gehen wir aber über einen langen interessanten Straßenmarkt in einem benachbarten Dorf.

Ist das Deko?

Nein, das kann man tatsächlich essen. Im Prinzip Zuckerwatte mit Pistaziengeschmack :-)

Ferner gab es viel Granatapfelsirup und -saft, Salbei und allerlei andere lokale Spezialitäten und -produkte, eigentlich keinerlei Ramsch!

Am Ende des Marktes sind wir bei der ersten Thermalquelle. Ein bisschen wie ein Kinder-Wasserspielplatz, nur eben natürlich und ganz oben an der Quelle so heiß, dass man sich die Füße verbrennen würde.


Am Eingang zu den Terrassen ein großer Touri-Rummel. Dort stehen etwa 20 Reisebusse. Zum Glück ist das Gelände groß. Mir war nicht bewusst, dass die Terasssen nur ein Highlight sind. Direkt nördlich erstrecken sich die Ruinen der riesigen griechischen Stadt Hierapolis. Ferner gibt es ein Naturfreibad mit dem Solewasser, das man an anderer Stelle auch trinken kann und das von Natur aus Kohlensäure enthält.

Sevgi und Osman haben ein schlechtes Gewissen, dass sie 1,60€ und ich 30€ Eintritt zahlen. Aber ich finde es lohnt sich auch so, wir sind noch zwei Stunden auf dem Gelände bis die Dunkelheit uns einholt.

Zum Abendessen gibt es Tarhana (traditionelle Suppe), Brokkoli-Möhren-Pfanne, Bohnen, gefüllte Weinblätter, saure Gurken, Brot und Joghurt dazu.. Alles selbstgemacht, vegetarisch und unglaublich köstlich. 

Montag

Osman ist schon bei der Arbeit, deswegen begleitet mich Sevgi freundlicherweise mit dem Bus zum Bahnhof.

Der Pamukkale-Express hat 5 Wagen, davon ein "Jeneratör"-Wagen. Im Prinzip ein Luxus-Zug mit ausschließlich 1. Klasse (2+1-Bestuhlung).

Ich habe schon so viele Windkraftanlagen gesehen, ich glaube die Türkei überholt uns bei der Energiewende :-D