Ich habe nur einen weiteren Mitreisenden im 4er-Abteil. Die ersten 2h war ich gar ganz allein. Ich wache genau in Kayseri auf, hier war ich am 19.6. ausgestiegen um nach Kapadokien zu kommen. Verspätung: Schätzungsweise 3h.
Interessant, wie sich die Landschaft über einen Monat verändert hat: Es ist viel trockener geworden. Dafür blühen die Sonnenblumen, von denen es hier jede Menge gibt. Später: Überall frisch abgeerntete Kornfelder. Im Juni waren sie noch fast grün.
Bis Ankara hat sich die Verspätung auf 5h summiert. Es ist etwas unklar, wie das zustande kommt. Eigentlich steht der Zug nirgends lange rum. Er fährt einfach nur unglaublich langsam :-D
Mich stört es nicht, im Zug ist es ruhig und klimatisiert. Mein Proviant reicht auch noch für ein Mittagessen.
Und: Trotzdem ist es heute noch früh genug für das Anitkabir - Atatürk-Mausoleum. Den Weg kenne ich schon und meinen Rucksack bewahren sie am Einlass kostenlos auf. Das ist gut: Man legt standardmäßig 1,7km Fußweg auf dem Gelände zurück. Das Mausoleum und die benachbarten Bauten haben einen Keller. Darin: Ein großes Museum. Der Sarkophag ist übrigens nur symbolisch, der Leichnam befindet sich zwar dort irgendwo, jedoch versteckt in einer Krypta.Zurück zum Bahnhof nehme ich nicht die Metro (man fährt nur 1 Station), sondern gehe zu Fuß, ich möchte eh noch Abendessen. Ich einem 24h-Lokal werde ich wieder herzlich umsorgt.
Donnerstag, 23.7.
Es hat absolut sein Gutes, dass ich nun doch noch zufällig nach Istanbul komme: Hier wohnt Betül, der ich mein Zimmer in Heidelberg während meiner Interrail-Marokko-Tour im November untervermietet hatte. Da sie noch einige Monate länger in Heidelberg war und sie sich gut mit der WG angefreundet hat, haben wir uns auch persönlich kennengelernt.
Betül hat heute Vormittag Zeit und nimmt extra den langen Weg von ihrem Stadtteil, im Norden der europäischen Seite, auf sich, um mich direkt am Hostel abzuholen. <3 Wir gehen hier in Kadiköy frühstücken und nehmen anschließend die Fähre nach Eminönü, die ich bei meinem letzten Besuch schon geliebt habe.Leider müssen wir direkt weiter, mit dem Bus nach Yenikapi, wo meine Metro zum zentralen Busbahnhof geht. Wie so oft beim Busfahren wird es ungeahnt stressig, da Google Maps einen neue Busstation noch nicht kennt. Betül bringt mich bis zu meiner U-Bahn. Ich schaffe es noch 15 min vor Abfahrt am Bus zu sein, passt..
Der Bus ist die ersten 30 min noch fast leer. Ab dem Flughafen dann plötzlich voll besetzt, alle möglichen Nationalitäten. Es ist offenbar der Istanbul Airport To Varna Bus, mit eigenem Tickethäuschen vorm Flughafen.
Achja: Ein eher ungepflegter bulgarischer Bus, Standard (2+2). Ein Wasser und einen Snack gibt es trotzdem. :-) Die Grenzabfertigung (ein kleiner Grenzübergang mitten im Wald) dauert fast zwei Stunden. Immerhin: Alles Gepäck darf im Bus bleiben. Dafür wird der Bus selbst in einer Halle einige Minuten gefilzt.
Ich habe ein Hotel 10km nördlich von Burgas gebucht, in einem Ort neben dem Flughafen (Sarafovo) (In Burgas selbst waren nur Unterkünfte mit schlechter Bewertung oder außerhalb meines Budgets zu finden). Grandios: Der Fernbus hält extra für mich in Sarafovo! Das spart mir wahrscheinlich rund eine Stunde. Ich fühle mich fast wie bei meiner Mitfahrt bei der polnischen Reisegruppe, nur dass ich diesmal 27€ für die Fahrt bezahlt habe.