Dienstag, 30.6.
Ich mache mir noch einen entspannten Vormittag in der Wohnung in Gai. 13:00: Bus zum Nord-Busbahnhof. Der liegt weit außerhalb der Stadt, aber immerhin ist es von Gai nur halb so weit wie von der Innenstadt. Es wird euch nicht wundern, auch der heutige Bus fährt nicht tatsächlich zum Busbahnhof, sondern endet 1,8km davor. Ein lächerlicher Fußmarsch für einen Backpacker, aber der einzige Weg wäre mitten über den "Highway". Geht echt nicht. Wo ich stehe, gibt es weder Wartehäuschen noch Haltestellenschild. Eine freundliche Dame bestätigt mir aber, dass ich weiterkommen werde. Ein Regionalbus, so wie der vorgestern nach Garni, der eigentlich weiter ins Umland fährt, hält für uns. Ich bin der einzige, der am "Busbahnhof" aussteigt. Immerhin habe ich Glück und erwische noch genau den "Bus" um 14:00. Warum ich das ganze niederschreibe? Vielleicht gibt es ja doch auch andere, die irgendwann mal auf gleiche Art durch Armenien reisen ... und sich in die Hände dieser Seelenhändler-Kutsche begeben wollen. Aber hey, 2,40€ für 90km :-D Fahrzeit 1h20min sind auch Ok.
Freitag, 3.7.
Hinter mir liegen 3 wundervolle Wandertage rund um Dilijan, abends Chillen auf der Terrasse des Hostels, auf der sich auch die Küche befindet.
Zwei Tage bin ich rund 35 km auf dem TCT - Transcaucasian Trail gewandert (Ähnlichkeit in der Abkürzung zum PCT sind bestimmt nicht ganz ungewollt ;-) ) Die Besitzer des Hostels gehören angeblich zu den Vätern des TCT. Einen weiteren Tag bin ich "nur" einen Nationalpark-Trail gewandert.
Jeder Tag hatte seine ganz eigenen Herausforderungen:
Tag 1: Der Weg war einen ganzen Abschnitt nicht markiert und ich musste mehrere Meter quer über eine Wiese, um ihn wiederzufinden. Später etwa 1km auf einem Pfad, der definitiv mehr Kuh- als Wanderpfad war.
Noch nie so viele wilde Rosen gesehen. Das Gleiche am Tag 2. Manchmal säumen sie den ganzen Weg und man läuft durch eine große Wolke von Rosenduft.
Noch nie so viele wilde Rosen gesehen. Das Gleiche am Tag 2. Manchmal säumen sie den ganzen Weg und man läuft durch eine große Wolke von Rosenduft.
Tag 2: Mücken! An einer Stelle war auch keine Markierung mehr zu finden, und insbesondere unsere "Umleitung" war sehr Mücken-lastig.
Auf dieser Tour hat mich Chey aus dem Hostel begleitet, ein junger Australier. Er will über den Winter nach Südamerika und ab März den PCT wandern!Parz-See. Könnte auch ein typisches Ausflugsziel in Deutschland sein: Großes Lokal, Kletterwald, Bootsverleih, ... :-D
Tag 3: Flussquerungen! Bestimmt 7x ging es über einen kleinen Fluss, meist so, dass man es gerade noch von Stein zu Stein schaffen konnte. 1x ging es nur mit Schuhe aus.Ja, das war der Weg. Auf diesem Abschnitt wuchsen die weißen Blumen bis auf Augenhöhe.Kloster Haghartsin
Tag 1 war eine Rundwanderung.
Tag 2 haben uns 2Russen+1Russin zurück nach Dilijan mitgenommen, die einen Tagesausflug von Yerevan aus gemacht hatten.
Tag 3 konnte mich eine Familie aus Dilijan! mit 2 jungen Mädchen mitnehmen. Dafür gab es auch armenische Kindermärchen auf die Ohren :-)
Im Hostel war außer Chey noch Jacobo zu Gast, ein Italiener, der u.a. 2 Jahre in Hamburg als Briefträger gearbeitet hat um Deutsch zu lernen, mit dem Ziel, seinen Lieblingsautor Hermann Hesse in Originalsprache lesen zu können. Er hat das Ziel leider nicht erreicht - für mich nachvollziehbar..
Die Freiwillige im Hostel ist Taya, 36, aus dem Iran. Sie ist nach Armenien gegangen, als im Iran das Internet abgeschaltet wurde - schließlich hat sie noch einen zweiten Job: Das Pflegen der Internetseite rund um Yoga in Seattle. Wenn sie nicht gerade am Arbeiten ist freue ich mich über den Austausch mit ihr, an meinem letzten Abend trinken wir sogar einen armenischen Weißwein zusammen.