Dienstag, 28. Juli 2026

Im Auftrag des König

Ja, ohne S :-D

(weiter) Sonntag, 26.7.
Wir telefonieren 45 min. Gerade als wir das Telefonat beenden, kommen 2 Typen zurück zu ihrem Auto an der Tankstelle: Ein alter großer Nissan-Geländewagen mit Aufschrift www.im-auftrag-des-könig.de auf der Front- und Heckscheibe. (Versucht's gar nicht erst - die URL gibt es nicht (mehr).) Vermutung: Der Wagen gehörte früher einer deutschen Handwerker-Firma König. Ich erlebe ständig, dass die ursprünglichen deutschen Aufschriften bei den importierten Fahrzeugen einfach dran bleiben :-D
Die zwei Typen nehmen mich jedenfalls gerne mit nach Rila. Endlich! Hostelvater Viktor (Alter: 35-40?) wartet schon auf mich. Das Reihenhaus an der Hauptstraße hat er in 8-jähriger Handarbeit von einer Ruine zu einem Kleinod gemacht.Hinten gibt es einen Garten mit einer weiteren überdachten Küche, der vom 1. Stock aus erreichbar ist und sich auf 2 Ebenen verteilt.
Unmittelbar nach mir kommen Fatima und David im Hostel an, ein Pärchen aus Barcelona. Wir sehen uns in einem Lokal zum Abendessen wieder. So viel Auswahl an Restaurants gibt es nicht - Rila ist das Gegenteil von Bansko :-D
David ist übrigens der Capri Sun - Außendienstler für ganz Spanien, dementsprechend war er schon mal in Eppelheim :-D

Montag, 27.7.
Der Wecker geht um 6:45: 7:40 fährt der Bus zum Rila-Kloster, dass sich 20km entfernt befindet. Ich habe schlecht geschlafen (vermutlich vor allem wegen übertriebenem Abendessen). Dementsprechend komme ich wirklich nicht hoch und schalte den Wecker aus. Laut Fahrplan am Busbahnhof gibt es um 12:40 auch einen Bus zum Kloster. Ok, vorher schaffe ich eine Runde, die Viktor mir empfohlen hatte, am östlichen Ortsrand. Hier gibt es Felsen mit Aussichtspunkten. Auf den höchsten schaffe ich es nicht: Eine Schafherde mit 3 Hütehunden. Die kläffen schon aus der Ferne arg unfreundlich. Also lieber kehrt machen.Auf der anderen Seite des Tals gibt es eine Schlucht mit Wasserfällen. Es erinnert mich etwas an Samothraki, nur dass es hier einen markierten Wander-/Kletterweg gibt und alles eine Dimension kleiner ist. Aber Spaß macht es allemal!
12:40: Oh Wunder, kein Bus. Einkauf im (kleinen) Supermarkt und Mittagspause im Hostel. 15:00: 3. Versuch: Auch kein Bus. Also zweiter Plan B für heute: Die Erdpyramiden von Stob. Stob ist das nächste Dorf (6km). Den Hinweg kürze ich mit dem Bus Richtung Blagoevgrad ab, der dort auch hält.
Ich habe jetzt einen Zimmergenossen, Silvio aus Hamburg, der morgen auch zum Kloster möchte.

Dienstag, 28.7.
Geteiltes Leid ist halbes Leid und wir kommen morgens gut raus.Wir brauchen eine Stunde für den Außenbereich, Kirche und Museum. Und nun? Silvio verabschiedet sich und wandert zu einer Berghütte auf 2300m Höhe, um morgen zu den Sieben Seen aufzubrechen. Ich nehme einen anderen schönen Wanderweg, der nach 300 hm (auf 1500m) mit einem Aussichtspunkt aufwartet - leider ohne Ausblick auf das Kloster. Eigentlich genial so früh am Kloster gewesen zu sein, später um 11:00 sieht es so aus:Das bedeutet für mich aber: Größere Chance auf eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Rila. Die Busse nehmen hier offenbar keine "blinden Passagiere" mit. Es sind immer noch mehr Leute, die erst angekommen, statt sich auf den Rückweg zu machen. Schließlich Mann und Frau mit zwei Teenagerinnen (12+16). Schwestern sind es nicht. Ich vermute, es sind zwei Familien, die in getrennten Autos unterwegs sind. Die ältere der beiden dolmetscht jedenfalls, so wird es eine recht unterhaltsame Fahrt. Sie kommen aus Burgas.

14:00-Bus nach Blagoevgrad, Zentrum der Region und Busstation direkt am Bahnhof an meiner Strecke nach Sofia. Laut Fahrplan gibt es einen. Denkste!
So, ihr Penner, dann wird jetzt erstmal der Fahrplan korrigiert, mit meinem schönen Hansaplast :-D (unten: alt)Also "das Übliche": In der prallen Sonne die Hauptstraße Richtung westlichem Ortsausgang entlang. Hier gibt es eine Tankstelle. Zum Glück: Noch vor der Tankstelle hält ein alter Opel Meriva (Rechtslenker), der Fahrer, ein älterer Herr, stellt sich als Iwan vor. Klimaanlage läuft, um diese Uhrzeit Gold wert. Vom Ortszentrum Kocherinovo sind es noch 2,5km zu dem bekannten Bahnhof im Nirgendwo, weitestgehend bergab. Ich habe sogar noch eine Stunde Zeit diese zu wandern - entspannt. Die Bahnhofskatze freut sich auch über meine frühzeitige Ankunft ;-)