Montag, 13. Juli 2026

Buongiorno Borjomi

Sonntag, 12.7.
Ich stehe schon um 7:30 auf - vorgestern hatte ich um 8:50 eine Marschrutka Richtung Aspindza gesehen, die möchte ich entspannt bekommen.
Gegen 8:40 kommt tatsächlich der Ford Transit Richtung Wardsia. Dort wird er kehrt machen und mich dann in Gegenrichtung einsammeln, was auch um 09:00 der Fall ist.
Zu meiner Überraschung fährt der Gerät sogar die 56km bis Akhaltsikhe (gesprochen etwa "Achaltsidsche", bedeutet: Neue Burg) durch, in Aspindza gibt es nur einen kurzen Raucherstop. Man merkt, dass der Fahrer jeden m der Straße kennt - lahme Touri-Mietwagen werden natürlich überholt!

Akhaltsikhe empfängt mich mit heftigen Regen, der aber nach 10 min aufhört (bekanntermaßen habe ich im Urlaub ja den Petrus gepachtet ;-) ).
Frühstück oder vielmehr Brunch gibt es für mich auf einer der ersten der zahlreichen Hotelterassen an der Straße hoch zur Burg. Die Dame, die mich gestern in ihrem Toyota Kleinwagen mitgenommen hatte, hatte mir 2 Visitenkarten ihres Hotels zugesteckt. Here I am :-) So revanchiere ich mich gerne und gebe auch großzügig Trinkgeld für das Mahl.
Bei meinem eigentlichen Hotel, dass ich schon Montag gebucht hatte, darf ich schon um 12:00 einchecken, prima :-)
Dann gleich auf zur Neuen Burg. Ja, was ihr auf den folgenden Bildern seht, befindet sich alles auf dem 10 Hektar großen Areal. Schön, dass erst 2011-2012 alles renoviert wurde. Man kommt so ziemlich überall hin und vor allem auf jeden Turm hoch. Ich besteige nahezu alle. Dementsprechend verbringe ich auch ganze 3h dort.
Meine Zwischenmahlzeit auf dem Balkon meines Zimmer besteht aus Früchten von einem Stand am Busbahnhof. Abendessen im Hotel, kleiner Verdauungsspaziergang.

Montag, 13.7.
Mein einziges Wissen über Borjomi: Das Tor zum gleichnamigen Nationalpark und hier kommt ein beliebtes (ziemlich salziges) Mineralwasser her. 11:40 steige ich aus der Marschrutka. Ich habe fast 5h Zeit - wäre schön, den Rucksack loszuwerden. Ich frage einfach in Hotels. Beim ersten (4 Sterne): Keine Chance. Beim zweiten: Kein Problem (und später wollen sie auch partout kein Trinkgeld haben). Ok, das ist ein Kurbad hier. Bad Kissingen lässt grüßen, nur noch viel touristischer!Ernsthaft? - So sieht nachhaltiger georgischer Nationalpark-Tourismus aus? :-( Hoffentlich nimmt sich das beschauliche Dilijan niemals ein Beispiel daran.Der "Kurpark", der gleichzeitig so etwas wie ein Freizeitpark ist, kostet 1,70€ Eintritt. Hier in der Vertiefung beim Schirm stehen 2 Damen und füllen einem kostenlos von dem guten Tropfen ab. Meine 1-l-Flasche wird sofort voll gemacht. In dem Wasser schwimmen große braune Rostfetzen. Ihr Blick zeigt mir aber, dass das Ok ist. Mal schauen, ob ich jetzt zum Ironman werde :-D
Genug Touri-Rummel - auf zum "Königstuhl" von Borjomi, einem Ort mit ähnlicher grandioser Aussicht und zu bewältigenden Höhenmetern. Ansonsten hinkt mein Vergleich etwas - der touristische Aussichtspunkt liegt nur 120m über dem Kurpark und wird von einer Seilbahn bedient. Auf meinem wunderschönen Waldpfad: 0 andere Personen :-)
Yeah, heute wieder Zug-Erlebnis! Klickt unbedingt mal die Vergrößerung an! Innen weiche Polstersitze, wie in einer alten französischen Limousine, 2+2 bestuhlt. Die gut 30 km kosten 1 Lari = 0,33€, zahlbar natürlich mit Kreditkarte. Dafür dauern sie auch planmäßig 1,5h :-DIn Khashuri habe ich eine h Umstieg. Genau richtig für ein Abendessen. Im Restaurant Iberia gibt es wider Erwarten keine Tapas sondern georgische Küche :-D Ich bekomme einen großen mit Bohnenpaste gefüllten Fladen.

Der Bahnhof Kutaisi-I (=Kutaisi-Stadt) wird nur von 3 Zugpaaren täglich angefahren. Er liegt nicht an der Hauptstrecke Tiflis-Batumi. Dafür der Bahnhof Rioni - im übrigen auch der Name des Flusses von Kutaisi, dem größten Fluss, der in Georgien entspringt und mündet. Von hier fährt der Bus Linie 3, Wartezeit 29 min. Das ist Ok, ich habe ja keinen Stress.