Ja, es geht noch rustikaler als das Bauernhaus in Tmogvi :-D
Aber alles da, was man braucht. Und es ist nicht besonders entgelegen, sondern direkt am Rand eines großen Wohngebietes. Nebenan hinter einem Wäldchen scheint ein kleiner Bauernhof zu sein und Frösche gibt es allenthalben.
Der größte Nachteil ist die Mückenplage. Ich habe das Gefühl auf jedem Quadratdezimeter meiner Haut einen Stich zu haben, und das nur nach den paar Wegen zu WC/Dusche/Waschbecken.
Dafür habe ich ein eigenes Fahrrad zur Verfügung! Ilya hat mich eingeladen heute mit mir unterwegs zu sein. Bis zu seinem Wohnhaus sind es 3 km. Der ganze Teil südlich von Poti befindet sich auf einer Nehrung, die das Schwarze Meer von dem Paliastomi-See abtrennt. Vor dem See gibt es noch einen kleinen Fluss, an dessen Ufer sich Ilyas Grundstück befindet. Mit einem seiner beiden Ruderboote machen wir eine Tour, 2km in südliche Richtung, bis man in eine Richtung auf den offenen See, in die andere Richtung auf den Zufluss vom Schwarzmeer blicken kann. Wir wechseln uns ab mit Rundern. Es dauert ein Weilchen. Wir bekommen sogar eine Schildkröte zu sehen.
Als Mittagssnack teilen wir uns eine Wassermelone. Verdammt, sind die lecker hier. Weiter mit Fahrrädern, an das tatsächliche Seeufer. Dann in das Zentrum von Poti....die Prachtstraße entlang....und zu einem Leuchtturm: Dem ältesten Georgiens, 1862 von einer englischen Firma errichtet.Ilya hat selbst auch Lust auf ein Bad und somit erfüllt er mir gerne meinen Wunsch nach einem Bad im Schwarzen Meer. Der Strand hat in den letzten paar Jahren wohl gut an Infrastruktur dazugewonnen. Jetzt in der Hauptsaison ist gut etwas los. Im Gegensatz zu Batumi gibt es hier richtig feinen Sandstrand.Am Ende waren wir 6h gemeinsam unterwegs. Danke für die gemeinsame Zeit! <3
Abendessen gibt's für mich beim Oldenburg Döner (sic!). Das ist sogar eine Kette. Ich gehe relativ zeitig zu Bett.
Samstag, 18.7.
Mit dem Zug (zurück) nach Batumi müsste ich fast bis nach Kutaisi zurück ins Landesinnere fahren. Die Strecken kenne ich schon alle. Dann lieber per Anhalter oder Marschrutka ins nur 16 km entfernte Ureki, das einen Bahnhof an der Hauptstrecke Tiflis-Batumi hat. An der Bundesstraße kommen einfach zu viele Autos, als dass es ein guter Spot zum Trampen wäre. Ich winke schließlich eine Marschrutka herbei. Die biegt nach 11km aber östlich ins Landesinnere ab, dafür darf ich sogar kostenlos mitfahren <3 Die nächste regionale Marschrutka für die letzten 5km kommt prompt. Das ist super, so habe ich noch 1h Zeit für ein Kuchen und ein Eiskaffee. Der Weg zu Fuß in der Mittagssonne wäre anstrengend und stressig gewesen.
Auch das ist georgische Bahn.. Vergleiche: Den Zug in Borjomi ;-)
Lika vom Hostel 47 in Batumi und ich freuen uns beiderseits über das Wiedersehen. Ich bleibe den Nachmittag dort, abends esse ich zum Georgien-Abschied nochmal ein Adjarian Khachapuri (Brot-Schiffchen mit Unmengen Käse gefüllt und einem Spiegelei obendrauf) und gehe dann noch auf ein Guinness in einen Irish Pub. Ein angetrunkener Engländer, mit einer Georgierin (seiner dritten Frau) verheiratet, nimmt mich in Beschlag und gibt noch weitere Details seiner Lebensgeschichte und -einstellung Preis. Auf manche hätte ich auch gut verzichten können, aber ich nehme es mit Humor. Besser als alleine da zu hocken war es allemal.